Selbst ist die Frau – Werkstatt 1

Klischee

Es gibt ja wirklich Klischees, die immer noch bedient werden, obwohl es da gar nichts mehr zu bedienen gibt. Mo hat in einem ihrer letzten Blog-Einträge im Oktober einen schönen Artikel dazu verfasst. Muss mir Louis wirklich den Tip geben, dass ein Haargummi die Haare zusammenhält? Unvorstellbar! 😉

Darüber hinaus gebe ich aber auch zu, dass mein Blog-Name aber mit eben diesem Klischee auch ein bißchen spielt. Wer mich kennt weiß, dass ich alles, aber kein „Mädchen“ bin, und rosa und glitzer in meinem Kleiderschrank nicht einmal bei langem Umkrempeln zu finden ist. Und meine kleine Schwarze ist sicherlich vieles, aber kein typisches Mädchen-Motorrad.

Aber an anderer Stelle bin ich vielleicht doch auch ein bisschen Mädchen: Beim Schrauben an meinem Motorrad.

Schraubst du noch oder fährst du schon?

Angelehnt an die Ikea Werbung habe ich es bisher so gehalten, dass meine Suzuki Werkstatt das macht, was sie am besten kann: Motorräder zu reparieren.

Ich mache das, was ich gut kann: nämlich Motorradfahren.

Klar möchte ich mein Motorrad auch ein bisschen verstehen und habe extra für das Baltikum gelernt, wie man Reifen flickt, Leuchtmittel wechselt und ggf. auch mit einfachen Hilfsmitteln nach einem Umfaller Kleinigkeiten reparieren kann. Aber ansonsten habe ich alle Schrauber Tätigkeiten rund um meine geliebte kleine Schwarze lieber einem Fachmann überlassen.

Große Klappe und nun Kneifen?

Leider habe ich die Rechnung ohne meine Niederrhein-Stromer (Stammtisch des V-Stromforums mit V-Stromern und friends) gemacht, die beschlossen haben, ein paar notwendige Reparaturen vor dem Winter gemeinsam zu erledigen. Und irgendwie bin ich da mit rein geraten….

War ich anfangs noch ganz euphorisch, dass ich nach dieser Schrauberei auch technisch noch mehr mit reden kann, werde ich schon bei den Vorbereitungen etwas kleinlaut.

Meine To-Do-Liste hat aber auch ein paar Punkte:

  • Ölwechsel
  • Ventile einstellen
  • K&N Luftfilter reinigen
  • Gabelöl wechseln
  • das funzelige Rücklicht tauschen

Den eigentlich fälligen Wechsel des Gabelöls streiche ich aber nach einem Gespräch mit meinem Schrauber wieder. Meine Gabelsimmerringe sind schon 75.000 km alt,. Laut Aussage der Werkstatt ist somit die weitere Lebenszeit eher als endlich zu betrachten. Da beim Tausch der Simmerringe dann eh das Zerlegen, Reinigen, Pflegen und Neu-Befüllen der Gabel erforderlich sind, haben sie mir jetzt erst einmal zum Abwarten geraten. Muss ich sagen, finde ich ein feinen Zug!

So! Also ! Mitgefangen – mitgehangen.

Ölwechsel klingt ja noch einfach. Dafür muss ich nur die längeren Schrauben für den Motorschutz wiederfinden, da ich dieses Befestigen der winzigen Mutter mit Pinzette, Feinmechaniker-Zange und 1000 unanständigen Wörtern mir kein zweites Mal antun werden. Gekauft wurden die Schrauben schon mal, aber wo liegen die jetzt?

Zündkerzen soll ja kein Zauberwerk sein. Für das Einstellen der Ventile ist ja eh alles unnötige Verkleidungszeug meines Motorrads abgebaut, da werde ich wohl dran kommen.

K&N-Luffi reinigen sollte auch gehen. Ich hoffe nur, dass der trocken genug wird bis zur Abfahrt…

Ventile prüfen und ggf. einstellen ist mir allerdings ein großes globales Rätsel, weshalb ich mich hier ganz auch die Fachleute vom Stammtisch verlassen werde, die dies entweder für mich übernehmen oder mir geduldig erklären, warum ich was und wie machen muss. Mal sehen, wem eher der Geduldsfaden reißt. 😉

Ersatzteile

Um nicht ganz doof dazustehen, habe ich schon mal die Ersatzteile besorgt.

Filter

Ob Ölfilter oder Luftfilter konnte ich nicht so genau erkennen, aber die Marke „Coffenco“ sagte mir doch etwas.

 

Kerzen

Bei den Kerzen war ich wegen der Art und der Anzahl unsicher. Aber ich denke, ich habe eine gute Auswahl dabei.

 

Universalöl

Beim Öl war ich unsicher. Daher habe ich etwas universelles genommen und hoffe, dass es für Motorrad und Luftfilter geht.

 

Gabel – Ring

Nur bei den Gabel-Dingens-Ringen war ich unsicher. Da frage ich dann doch mal in der Werkstatt demnächst!

So, ich bin froh, selbstständig schon an alles gedacht zu haben und freue ich auf das übernächste Wochenende, wenn wir dann endlich alles verbauen!

 

Anmerkungen des Tages:

Anmerkung 1:

Ich habe wohl schon an meinem Motorrad geschraubt.: Original-Schrauben raus, rote Schrauben rein! Wenn ich das meinem Schrauber als Aufgabe gegeben hätte, würde er heute noch verzweifelt schreien! 😉

Anmerkung 2:

Habe ich anfangs noch gedacht, dass es bei dem Schraube-Wochenende darum geht, auch an meinem Motorrad zu schrauben, musste ich beim letzten Stammtisch folgendem Gespräch lauschen:

Julia kommt ja schon Freitag Abend, damit der Motor Samstagmorgen ausgekühlt ist, wenn wir die Ventile einstellen. Und wenn sie dann Freitag kommt, hebe ich sie schnell auf die Bühne, und 20 Minuten später ist sie nackig.

Ich gebe zu, jetzt habe ich Angst! 😉

Anmerkung 3:

Mein Schrauber bekommt das Mopped im Winter übrigens aber auch noch zu Gesicht. Das Federbein muss dringend mal zu Wilbers zu einem Wellness-Urlaub.

Anmerkung 4:

Klischees sind da, um bedient zu werden! Ich gehe daher nun ins Bad, um den Nagellack wieder aus den Haaren, von den Fingern und von der Couch zu bekommen! 🙂

 

9 comments on “Selbst ist die Frau – Werkstatt 1

  1. Ich hatte seinerzeit das Glück einen Platz beim Schrauberwochenende bei Gilla und Jörg zu ergattern. Unter anderem auch Ventilspiel einstellen. Habe viel gelernt dabei. Vor allen Dingen über mich. Mit meinen dicken Fingern ist es anatomisch nicht möglich an dieses Unterdruckdingens zu kommen um die Uhr anzuschließen. Hätte ich die Verkleidung selbst abbauen müssen , dann hätte ich hinterher wohl ein Nakedbike gehabt. Und schließlich habe ich gelernt daß mir jegliches Verständnis für die technischen Zusammenhänge fehlt.
    So what.
    LG Rocco

  2. Hey, ich habe total viel gelernt beim monatelangen Lesen dieses Blogs. Diese Filter, Kerzen, Gabelringe und das Oel kann ich auch wechseln! Danke, Jule! 😉

  3. @daryl: für diesen Zweck gäbe es Kerzen mit dem Duft von Motoröl. Hab‘ sowas mal in einem Adventsgewinnspiel gewonnen. Aber irgendwie fand ich das im Wohnzimmer auch nicht so toll. Wahrscheinlich gehören einfach richtig schwarze Hände und Fingernägel dazu…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.