Österreichrunde – Tag 12 – Drau, Möll, Felbertauern

Nachts ist jeder Regen nass

Während der Nacht können wir dem Regen zuhören, wie er sich in dicken Tropfen aus den Wolken entlädt. Aber lieber macht er das nachts als tagsüber. 😉 Gegen Morgen arbeitet dann die Sonne noch etwas verzweifelt daran, die Feuchtigkeit der Nacht zu vertreiben.

Blick von unserer Dachterrasse
Blick von unserer Dachterrasse
Eine von beiden durfte unterm Dach übernachten
Eine von beiden durfte unterm Dach übernachten

Wir frühstücken lecker im Gasthof “zum Fuchs”, bevor wir uns gegen 8:30 Uhr auf den Weg Richtung Gail, Drau und Möll machen. Wir sind unschlüssig über die Anzahl und die Art der Kleidungsschichten. Allen Wetter-Apps zufolge soll es trocken bleiben, aber in unserem heutigen Ziel Gerlos liegen die Tageshöchsttemperaturen unter 10 Grad. Wir entscheiden uns, im Zweifelsfall einfach noch mal Schichten nachzulegen.

Die Brötchen waren noch warm!
Die Brötchen waren noch warm!
Kirche in Hermagor-Egg
Kirche in Hermagor-Egg
Das Schmuckstück (ohne Pickerl) steht zum Verkauf
Das Schmuckstück (ohne Pickerl) steht zum Verkauf – Bitte im Gasthof Fuchs melden

Als wir losfahren, steigt Monika aufs Motorrad und wirft einen Blick auf ihre Karte. Oha, richtig rum könnte sie auch was lesen! Also einmal Karte wenden bitte! Eindeutig der Nachteil, wenn man alles im Zimmer packt. Da fehlt auch mal die Orientierung beim Tankrucksack! 😉

Morgendliches Warmwerden

Gemütlich rollen wir wieder aus Egg bei Hermagor raus. Im ersten Kreisverkehr habe ich schon die erste Orientierungslosigkeit und wir fahren ihn einfach mal eineinhalb Runden! Die Wolken hängen tief, aber es ist trocken auf unserer Strecke. Ein ganz bisschen Nieselregen legt sich auf die Visiere, aber das stört uns nicht wirklich!

Morgens hängen die Wolken noch tief
Morgens hängen die Wolken noch tief

In Waidegg bewirbt ein Gasthof seinen idyllischen und typischen Gastgarten mit einer großen, roten, leuchtenden und blinkenden Werbeschrift! Merkt der eigentlich noch was? Wenn ich Porno will, buche ich Porno! Aber so eine Blinki-Blinki-Werbung lockt mich garantiert nicht zu ihm.

In Gundersheim verlassen wir die B111, sind das zweite Mal orientierungslos und hoppeln dann über kleine Straßen bis nach Mauthen!

Brücke über die Gail
Brücke über die Gail
Auf Nebenstraßen nach Mauthen
Auf Nebenstraßen nach Mauthen
Großes Öllager bei Würmlach
Großes Öllager bei Würmlach

Lesachtal oder auch kein Lesachtal

Das Lesachtal, die dort fließende Gail und der Kartitsche Sattel sind unser nächstes Ziel und so setzen wir in Kötschach-Mauthen den Blinker links! Aber nach einem Kilometer ist Schluss!

Nichts geht mehr
Nichts geht mehr

Die Lesachtal Straße ist gesperrt und es ist kein Weiterkommen. Wir müssten eine Stunde warten oder einen ganzen Tag bis Freitag, dann würde es wieder gehen! Wir entscheiden uns gegen beide Varianten und streichen diese Schleife Richtung Lienz von unserer Tagesplanung. Wenden ist ja auch schön! 😉

Wir nehmen also auf direktem Weg den Gailbergsattel in Angriff. Wie schön, dass die Wolken so tief hängen, dass wir mal wieder im Regen fahren! Und ich habe nicht mal die wasserdichte Membran eingezogen. Monika meint, das ist kein Regen, das sind Wolken zum Anfassen!

Die Gail in Kötschach
Die Gail in Kötschach
Tolle Stimmung den Gailbergsattel hinab, nur etwas rutschig
Tolle Stimmung den Gailbergsattel hinab, nur etwas rutschig

In Oberdrauburg halten wir auf einem Parkplatz am Pegel der Drau und sehen in den wenigen Minuten vermutlich mehr Motorradfahrer als in der ganzen letzten Woche!

Parkplatz am Pegel
Parkplatz am Pegel
Aktueller Pegelstand und eisige Wassertemperatur
Aktueller Pegelstand und eisige Wassertemperatur
Mal wieder die Drau
Mal wieder die Drau

Eine Schleife geht doch noch

Wir beschließen kurzfristig, doch noch eine kleine Schleife einzubauen. Aber erst einmal geht es ein paar Kilometer an der Bundesstraße B100 entlang, bevor ich in Berg mal wieder die Drau überquere. Auf einer traumhaft asphaltieren Nebenstraße schwingen wir nach Bruggen.

Schon wieder über die Drau - diesmal beflaggt
Schon wieder über die Drau – diesmal beflaggt
Besser wäre die Straße nur noch in trocken!
Besser wäre die Straße nur noch in trocken!
Blauer Himmel
Blauer Himmel
Für dieses Warnschild habe ich extra angehalten
Für dieses Warnschild habe ich extra angehalten

In Bruggen ignoriere ich die Anweisung des Navis, denn wir machen einen Abstecher zum Weißensee! Endlich einmal trockene Kurven, und so genießen wir die Strecke hin auf die Weißenseestraße. Weißensee ganz am Ende des Sees ist unser Ziel – dort wird es ja wohl einen Kaffee geben.

Kaffeepause und Marktbummel

Die Weinstube Schuler heißt uns mit einem ganz besonderen Parkplatz und einem leckeren Kaffee im Wintergarten willkommen.

Parkhaus nur für uns
Parkhaus nur für uns
Da stehen sie überdacht
Da stehen sie überdacht
Weinstube Schuler
Weinstube Schuler

Heute ist ein kleiner Wochenmarkt in Weißensee, den wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Auch ein bisschen Sightseeing darf es sein!

Auf dem Wochenmarkt in Weißensee
Auf dem Wochenmarkt in Weißensee
Der Weißensee
Der Weißensee
Blumenmädchen
Blumenmädchen
Kunst
Kunst

Bundesstraßen sind ja sooo entspannend

Da man den Weißensee nicht umrunden darf, geht es auf der gleichen Strecke wieder zurück nach Bruggen und in Greifenburg biegen wir wieder auf die B100 ab! Eigentlich wollte ich in Steinfeld noch einmal auf kleinere Straßen abbiegen, aber irgendwie übersehe ich im Eifer des Gefechtes den Abzweig. Dafür stehen wir kurz danach auf einem Feldweg und ich lösche mal wieder einen falsch gesetzten Wegpunkt.

Der Weißensee von der Straße aus
Der Weißensee von der Straße aus
Die Sonne lacht
Die Sonne lacht
Es läuft fantastisch...
Es läuft fantastisch…
Brücke über die Bundesstraße
… bis ich aus ungeklärter Ursache plötzlich die Bundesstraße unter mir habe! 😉

Heute ist das Reisen an der Drau entlang so ganz anders als unsere Touren der vergangenen Tage! Wir folgen der Bundesstraße, können in der Weite der Landschaft ein bisschen den Blick schweifen lassen und ich persönlich genieße das unangestrengte Fahren. Eigentlich sind mir ja die kleineren Straßen viel lieber, aber die ständige Konzentration, welcher der Wege nicht in einem Bauernhof endet oder ob nicht ein wahnsinniger Ortskundiger um die Ecke geschossen kommt, sind auch einfach anstrengend.

Hinter Lurnfeld geht es dann von der B100 auf die B106, die Mölltalstraße. Wie könnte es nun anders sein – wir haben die Drau verlassen und lassen uns von der Möll auf unserer Reise begleiten.

Die Möll - gestaut
Die Möll – gestaut

Wieder sind kaum Parallelstraßen zum Ausweichen vorhanden , aber es ist wenig Verkehr und eigentlich keine LKW unterwegs, so dass wir sehr entspannt reisen.

Burg Groppenstein bei Obervellach
Burg Groppenstein bei Obervellach

Problemstellungen zur Mittagspause

Die aufregendsten Dinge dieses Vormittags sind zwei übermütig hüpfende Kühe auf einer Wiese und dass der Gasthof “zur Brücke” hinter Rangersdorf zu verkaufen ist!

Stromleitungen
Stromleitungen kreuz und quer über das Tal verteilt
Die Möll bleibt treu an unserer Seite
Die Möll bleibt treu an unserer Seite
Die Sonne tut soooo gut
Die Sonne tut soooo gut

Ach ja, und das Kartenfach meines Tankrucksacks hält nicht mehr am Klett fest! Da wollte ich mir im letzten Winter schon etwas einfallen lassen. Ich bin mir sicher, wenn das nächste Frühjahr kommt, werde ich es wieder vergessen haben! Hat einer eine Idee, was man da machen kann? Der Klett direkt am Tankrucksack (weiche Seite) ist total ausgefranst, so dass die andere Seite sich ständig löst. Drüber nähen geht nicht, es soll ja wasserdicht bleiben.

In Winklern finden wir mit der Tauernstube ein nettes Lokal, wo wir windgeschüzt auf der Terrasse sitzen können. So lässt es sich aushalten.

Mautturm in Winklern
Die Motorräder sicher im Blick
Die Motorräder sicher im Blick
Gleiches Motiv - andere Pespektive
Gleiches Motiv – andere Pespektive

Einmal quer durch Lienz bitte

Nach einem Toast und einer Gamssuppe geht es für uns weiter Richtung Felbertauernstraße.

Gamssuppe
Gamssuppe

Direkt vom Lokal aus geht es sofort auf die ersten Kehren vom Iselbergpass! Bei 12 Grad ist ja noch nicht mal das Öl im Motor wirklich warm! Daher lassen wir es eher gemächlich angehen und haben keine Überhol-Ambitionen. Auf den Kilometern bergab ist dann ein großer Milch-LKW vor uns, den wir nicht überholen können! Dafür können wir den Blick in das weite Tal von Lienz schweifen lassen!

Iselbergpass bergauf
Iselbergpass bergauf
Iselbergpass hinab - Blick auf Lienz
Iselbergpass hinab – Blick auf Lienz

Auf Villach hatten wir keinen so guten Blick von oben, daher ist Lienz gefühlt die erste größere Stadt, die wir seit Tagen gesehen haben. Aber im Gegensatz zu Villach quälen wir uns hier durch den Verkehr. Von Ampel zu Ampel tuckern wir in langsamem Tempo mit vielen anderen Autos, Traktoren und LKW! Huch – an dieser Tankstelle, da war ich doch schon mal! Stimmt! Vor zwei Jahren, als mein Navi gestreikt hat. Nur die Motorradwerkstatt, zu der ich anschließend gefahren bin, die würde ich nicht mehr finden.

Felbertauern-Panoramastraße

Irgendwann lassen wir auch Lienz hinter uns. Auf der B108 haben wir freie Strecke und finden die Etappe ziemlich anspruchslos bis nach Matrei, wo wir noch einmal volltanken!

Lockeres Fahren nach Matrei
Lockeres Fahren nach Matrei

Die Isel fließt zu unserer Seite, gönnt mir aber kein Fotomotiv. Entweder es herrscht reger Gegenverkehr, wenn sie sich gerade prächtig in der Sonne zeigt, oder es sind gerade Bäume im Weg, wenn der Verkehr ein tolles Foto zulässt. Schade!

Ausblick von Matrei
Ausblick von Matrei

Ein Warnschild vor einer anspruchsvollen Bergstraße erregt unsere Aufmerksamkeit! Aber bis auf die zwei Kehren unmittelbar vorm Felbertauerntunnel finden wir sie relativ wenig anspruchsvoll. Die Ausblicke sind aber einfach toll, immerhin umrahmen uns hier Dreitausender Gipfel. Ok, sie liegen größtenteils in den Wolken, aber da irgendwo, da sollen sie sein!

Anspruchsvolle Kehren auf der B108
Anspruchsvolle Kehren auf der B108

Heißer Kaffee in Mittersill

An der Mautstation staut es sich etwas, aber dann können auch wir für 10 € Maut durch den Tunnel fahren. Auf der anderen Seite die große Überraschung! Wo ist das Wetter hin? Wo ist die Sonne? Und vor allen Dingen, wo sind die Temperaturen geblieben? Bei 8 Grad und eisigem Wind rollen wir hinab bis nach Mittersill. Ist das kalt! Mitten in Mittersill gönnen wir uns dann ein Stück Kuchen und einen warmen Kaffee.

Konditorei in Mittelsill
Konditorei in Mittelsill
Fröhlich mit heißem Getränk
Fröhlich mit heißem Getränk

Gerlospass und Krimmler Wasserfälle

Es stehen noch knapp 50 km auf unserem heutigen Tagesprogramm! Zeit genug, den einen oder anderen Fotostopp einzulegen. Bei den Krimmler Wasserfällen ist dies natürlich ein absolutes Pflichtprogramm!

Bahnstrecke der Pinzgauer Lokalbahn
Bahnstrecke der Pinzgauer Lokalbahn
Murenschäden, vor allen Dingen an der Lokalbahn
Murenschäden, vor allen Dingen an der Lokalbahn
Krimmler Wasserfälle im Hintergrund
Krimmler Wasserfälle im Hintergrund
Schöne Motorräder im Vordergrund
Schöne Motorräder im Vordergrund
Wasserfall-Selfie
Wasserfall-Selfie
Infotafel
Infotafel
Ein letztes Bild am Panorama-Parkplatz
Ein letztes Bild am Panorama-Parkplatz
Panorama Richtung Mittersill
Panorama Richtung Mittersill

An der Mautstation in Gerlos sind es 7 Grad und es wird kaum noch wärmer!

Gerlosalpenstraße
Gerlosalpenstraße
Speicher Durlaßoden
Speicher Durlaßoden
Und die letzten Kilometer nach Gerlos!
Und die letzten Kilometer nach Gerlos!
Guten Abend Gerlos
Guten Abend Gerlos

Als wir vor dem Landhaus Gerlos ankommen, wissen wir, wir haben uns eine heiße Dusche verdient! Nebenan im Jägerstüberl essen wir noch das letzte gemeinsame Abendessen auf unserer Reise! Morgen früh geht’s dann zur letzten Etappe zurück nach Tirol!

Abends in Gerlos
Abends in Gerlos

Abends im Bett ist uns immer noch kalt. Wir werden uns doch wohl nicht erkältet haben?!

Anmerkungen des Tages

Anmerkung 1:

Monika verträgt kein Bier! Wir haben noch einen Rest Brezel im Zimmer. Ich frage, ob ich sie wegwerfen soll. Sie meint, morgen ist die steinhart, oder du legst sie über Nacht aufs Motorrad, dann ist sie morgen nicht hart. Ich glaube, sie nimmt mich nicht ernst! 😉
Anmerkung 2:

Ich wurde heute in einer Kurve riskant überholt. Aber ich habe ein Foto vom Übeltäter und werde ihn der Polizei melden!

Verkehrsrowdy - ist sogar von der Straße abgekommen!
Verkehrsrowdy – ist sogar von der Straße abgekommen!

Anmerkung 3:

Gedicht aus der Speisekarte unseres Mittagslokals

Gedicht - halt Bildung für den Bildungsblog
Gedicht – halt Bildung für den Bildungsblog

Anmerkung 4:

Für den Bildungsblog:

Oben auf dem Großglockner grenzt Kärnten im Osten an Osttirol im Westen und Salzburg im Norden. Vor Lienz (und nach der Mittagspause) sind wir also von Kärnten nach Osttirol gefahren. Im Felbertauerntunnel quasi ging es dann von Osttirol nach Salzburg. Bei Königsleiten (also vor Gerlos) ging es dann von Salzburg nach Tirol.
Anmerkung 5:

W.S. aus L. korrigiert zurecht eine Anmerkung von gestern. Er schickt die Korrekturen direkt, spät abends oder mitten in der Nacht. (2:34 Uhr war das späteste – glaube ich!) Nur ich, ich lese sie halt erst morgens! 😉
Anmerkung 6:

Um 19 Uhr kommt eine Eilmeldung auf Focus Online. Helene Fischer ist schwanger! Jetzt weiß ich wenigstens, dass sonst auf der Welt alles in Ordnung sein muss, wenn das die wichtigste Nachricht des Tages ist.
Anmerkung 7:

Falls ihr am Freitag Abend bzw. Samstag morgen den letzten Tag vermisst – der ist nicht abhanden gekommen! Aber nach 13 Tagen auf Achse gehört der erste Abend zu Hause Monika und meiner Familie! Den letzten Reisetag gibt es dann mit einem Tag Verspätung online auch für euch!

Die Route

Download file: Tag12_DO_Gerlos_353_Felbertauern.gpx
Download file: Tag12_DO_Gerlos_283_ohne Lesach.gpx

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2 comments on “Österreichrunde – Tag 12 – Drau, Möll, Felbertauern

  1. Hallo Julia und Monika, ihr seid durch Mühlbach am Hochkönig gekommen Da waren wir Ende August und wir machten unsere erste Erfahrung mit den Motorrädern, Österreich und die Pässe zu erkunden. Schön, durch euch noch einmal mit durch zu fahren ✌

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