Pyrenäen – Freitag – 2.9.2016

Reisen ist schön!

 

Wenn nur dieses blöde Tasche packen am Abend vorher nicht wäre. Ich hasse es! Aber irgendwann ist die schwarze Schönheit dann doch fertig gepackt und der Urlaub kann beginnen.

(Roadines Schönheit)
(Roadines Schönheit)

Der nächste Morgen 6:45 Uhr. Endlich geht es los. Bei angenehmen 14 Grad rolle ich in den Sonnenaufgang.

Bis zum ersten Treffpunkt habe ich nur Autobahn eingeplant. Ja, ich weiß, das ist öde. Aber will ich aus dem Niederrhein Gebiet wirklich schon vier Stunden bis zum ersten Treffpunkt brauchen? Nicht wirklich! Und so rolle ich an Mönchengladbach und Kerpen vorbei, stehe kurz im ersten Stau, und genieße, wie die Mittelgebirge im Dunst vor mir auftauchen. Unverändert 14 Grad…

Selbst Autobahnbrücken entwickeln ihren ganz eigenen Charme, wenn darunter die Flüsse zu dampfen scheinen. Fast bizzar, wie die Strommasten in der Nähe von Neuwied wie Überreste von Bäumen nach einem Atomunfall oben aus dem Nebel herausragen.

Immer wieder beuge ich mich nach vorne, um an meinem Tankrucksack vorbei auf mein Thermometer zuschauen. Immer noch 14 Grad. An der Tankstelle vor Emmelshausen fällt die Temperatur auf 12 Grad. Und da endlich begreife ich es. Ich schalte die Nebelscheinwerfer aus, und stelle mein Voltmeter mit zwei Tastenklicks auf Temperatur um. Schlagartig sind es 16,8 Grad. Ich bin ein Idiot! 😉

In Emmelshausen treffe ich mich mit Roadine um den Urlaub mit einem schönen Frühstück zu beginnen.

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Gut gestärkt rollen wir kurz darauf durch den Hunsrück. Die Strommasten von Neuwied werden abgelöst durch einen dichten Wald sich träge drehender Windräder. Ich bin sehr für Windenergie! Aber ob das schön ist? Nun ja….

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Die Sonne hat jetzt auch endgültig den letzten Dunst vertrieben! Was für ein sensationeller Tag. Wir verlassen den Hunsrück, lassen die neue Hängebrücke an der linken Seite unbeachtet liegen, und genießen die Einsamkeit sich Kilometer schlängelnder Straßen. Wo sind all die anderen?

Während TomTom uns über wundervolle kurvenreiche Strecken durch die Eifel Richtung Luxemburg lotst, wird mein Blick auf die Tankanzeige immer sorgenvoller. 12 Kilometer vor Echternach breche ich meine Mutprobe ab und wir rollen bergab auf direktem Wege zur Tankstelle. Wie?! Nur 19,5 Liter?  Ich bin ein Feigling!

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Kurze Stärkung an der Sauer,  dann mache ich meine Drohung wahr, Roadine endlich mal Luxemburg zu zeigen.

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Erst mal wieder Richtung Norden bis Vianden und dann im kurvigen Zickzack bis zum Müllerthal, bevor wir dann endlich Richtung Grevenmacher auf Frankreich zu steuern. Wir haben nun knapp 500 km auf dem Tacho, und ein Kaffee ist nun mehr als dringend notwendig. Aber wenn man einmal einen Kaffee braucht, stolpert einem keiner vors Motorrad. Kurz danach sitzen wir am Ufer der Mosel bei Remmich, und können das heiß ersehnte Schwarzgetränk genießen.

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(Warum gucke ich so grimmig?)
(Warum gucke ich so grimmig?)

So richtig Lust haben wir jetzt keine mehr, wieder aufzubrechen. Aber es liegen noch rund 120 km vor uns,  und der Abend ist nicht mehr so lang….

Also wieder die Pferde gesattelt und zum Endspurt gestartet. Nach den tollen Strassen und wundervollen Kurven in Luxemburg wird einem der Unterschied zu der sich immer weiter ausbreitenden Ebene vor Metz immer deutlicher. Aber es nützt nichts! Irgendwo dahinter liegen die Pyrenäen, also in etwa….

Nach einer kleinen Extrarunde und einem Hausbesitzer, der uns versichert, dass hier kein Bed and Breakfast ist, wir aber nicht die ersten sein, die dorthin gelotst werden, programmieren wir das Navi neu und nehmen die letzten sieben Kilometer in Angriff. Ziemlich müde, aber mit rund 600 km auf dem Tacho, sitzen wir kurz danach in einem tollen Hof,  trinken Bier, essen regionale und hausgemachte Spezialitäten, bevor wir zufrieden unser Zimmer unter dem Dach beziehen.

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Morgen geht es Richtung Genfer See!
Gute Nacht!

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