Gruppenreisen …

… oder doch lieber Individualreisen – das ist hier die Frage!

Ich bin früher fast ausschließlich mit geführten Gruppenreisen Motorrad gefahren. Ich habe es so kennengelernt, dadurch auch erst den Mut entwickelt, mich selber auf die Socken zu machen und mag diese Reisen nach wie vor sehr.

Ich fahre aber auch gerne alleine bzw. in Klein- oder Kleinstgruppen, mittlerweile immer öfter und immer lieber.

Was ich aber schade finde, wenn die Verfechter des Einen die anderen verteufeln oder eben umgekehrt.

Daher möchte ich mal aus meiner Sicht die Vor- und Nachteile von Gruppen- und Einzelreisen auflisten. Andere Meinungen sind dabei wie immer herzlich willkommen. Es gibt sicherlich nicht “die eine” Meinung oder richtig oder falsch bei dem Thema.

 

Gruppenreisen:

 

OK – SEHR große Gruppe! 😉

 

Es gibt nicht DIE Gruppenreise.

Eine Gruppenreise kann das All-inclusive-7-Sterne-Wellness-Paket sein, aber auch die Abenteuertour durch ein fremdes Land, welche man einfach mit mehreren auf sich nimmt. Komplett geplant mit Tourguides, Hotelbuchungen und Pausenpunkten bis hin zu einer reinen Hotel- und Transferbuchung und zugesendeten Straßenkarten zum eigenständigen Weiterplanen.

Hier muss man für sich selber herausfinden, was einem zusagt oder auch zu welcher Reise man selber und auch vielleicht das Land / die Unternehmung besser passt? Vielleicht möchte ich Frankreich mit eigener Karte erkunden, mich aber gemütlich durch die Cinque Terre lotsen lassen. Auch hier gibt es nicht “richtig” oder “falsch”.

Meine Vorteil-/Nachteil-Liste bezieht sich daher auf die vielen Aspekte dieser Reiseform, einzelne Punkte hat man natürlich je nach geplanter Variante nicht.

Vorteil:

  • Die Hotels sind gebucht, dies gibt eine gewisse Sicherheit und Planungssicherheit.
  • Die Routen sind geplant, im Idealfall fährt sogar ein Tourguide vorweg, der möglicherweise sogar regionale Spezialkenntnisse hat und / oder die Landessprache spricht.
  • Eigene Detailkarten sind eventuell nicht notwendig
  • Aufwändige Planungen zuhause und die Gefahr eines Navi-Ausfalls sind minimiert.
  • Durch das Vorweg-Fahren kann ich mich vielleicht mehr auf die Landschaft und die Eindrücke als auf Abzweige und Straßenschilder konzentrieren.
  • Gepäcktransport von Hotel zu Hotel ist vielleicht inclusive, so dass die tollsten Pässe des Landes ohne überladenes Zweirad unter die Räder genommen werden können.
  • Wer wie ich mit dem gleichen Anbieter (ADAC Hessen-Thüringen) viele Jahre unterwegs ist, trifft oftmals bekannte Gesichter wieder. Kann Vorteil und auch Nachteil sein. Ich habe dadurch Monika kennengelernt, daher kann das bei mir nur zu den Vorteilen gezählt werden.
  • Bei technischen Defekten hast Du vielleicht das geballte Know-How um Dich herum, wenn es ganz gut läuft, stellt der Veranstalter sogar ein Ersatzmotorrad.
  • Hotels bucht man nicht blind, sondern wurden bereits getestet oder gehören sogar zu den Stammhotels des Veranstalters.
  • Kein Stress mit verschiedenen Buchungsseiten von Hotels, Fähren und anderen Anbietern.
  • Fremde Länder lassen sich auch gerne mal mit anderen entdecken, damit sich der Abenteuer-Faktor auf viele verteilt und man gemeinsam auch mal über schlechte Erfahrungen lachen kann.

Nachteil:

  • Es machen alle zusammen Pause, egal, welches nette Lokal man vorher mal gesehen hat.
  • Man macht Pause, auch wenn der einzelne vielleicht noch weiter gefahren wäre.
  • Je größer die Gruppe, desto größer muss auch das Hotel / die Unterkunft sein. Das pitoreske Hotel oberhalb des Lago maggiore mit 3 Zimmern fällt da einfach raus.
  • Da ich immer nur jemanden hinterher fahre, verliere ich möglicherweise das Gefühl, wo ich mich überhaupt befinde.
  • Ein Fotostopp findet dann statt, wenn es der Tourguide möchte und alle aus der Gruppe sicher einen Parkplatz finden. Das mag dann mal eben nicht der Straßenrand an einer Schlucht sein.
  • Du lernst nicht jeden Abend neue Leute kennen, sondern sitzt mit den immer gleichen Gesichtern am Tisch. Was dem Schüchternen als Vorteil erscheint, mag für den Aufgeschlossenen wie eine Bürde vorkommen.
  • Der Preis ist sicherlich höher. Je nach Angebot, möchte der Veranstalter leben, der Begleitbus finaziert, die Tourguides bezahlt und auch das Ersatzmotorrad gestellt werden. Da unterscheiden sich aber auch sicherlich die Anbieter sehr in ihrer ganz individuellen Preisgestaltung.
  • Man muss sich bei Fahrtempo, Strecke, Streckenlänge und anderen Punkten immer der Gruppe anpassen. Wohl sei dem, der eine Reise mit mehreren Gruppen gebucht hat, so dass man je nach Interesse auch mal wechseln kann.

Einzelreisen:

Mal alleine in Gedanken

 

Wenn es nicht DIE Gruppenreise gibt, dann gibt es auch nicht DIE Einzelreise!

Auch hier ist der Vorstellungskraft vom vorgebuchten Wochenendtrip in ein 4-Sterne-Hotel bis zum wo-die-Nase-mich-hinführt-Campingurlaub keine Grenze gesetzt.

Vorteil:

  • Der ganz klare Vorteil ist, dass man machen kann, was man möchte. Man ist an niemanden gebunden und muss sich nur mit sich selber oder ein sehr kleinen Gruppe einig werden.
  • Auch bei Pausen, Umplanungen, Stops und Besichtigungen muss man sich nicht oder kaum untereinander abstimmen.
  • Man plant alles selber und ist damit auch schon ganz im Thema. Man kennt schon Besonderheiten von Land und Leuten, Strecke und Landschaft und kann die Reise nicht nur konsumieren. Da ist die Vorbereitung schon die schönste Vorfreude auf die Reise!
  • Fotostops, wo immer man möchte. Jedes Motiv kann auf Speicherkarte gebannt werden, oder eben auch weitergefahren werden, wenn einem danach ist.
  • Ich kann immer und überall mein Tempo fahren und muss auf niemanden – oder zumindest fast niemanden – achten.
  • Das Reiseziel ist vollkommen frei wählbar, die Richtung und auch die Schwerpunkte. Man muss sich nicht an eine vorgegeben Region aufgrund des Angebots gebunden fühlen.

Nachteil:

  • Man ist immer selber Schuld, oder zumindest jemand aus der Kleingruppe. Bei einer Gruppenreise kann man es ja noch dem Veranstalter in die Schuhe schieben. Hier muss man sich untereinander einen Schuldigen suchen. 😉
  • In einer großen Gruppe kann man sich bei Unstimmigkeiten immer einen anderen Gesprächspartner suchen. Dies ist bei Kleinstgruppen oder alleine schwer möglich.
  • Man muss sich selber genug sein! Wer abends Gespräche benötigt oder Ansprache sucht, muss versuchen, mit Hotelgästen, Zeltnachbarn oder Waschschüssel-Teilern ins Gespräch zu kommen.
  • Ich muss mit den eigene Fremdsprachenkenntnissen weiterkommen. Gerade in meinem Lieblingsland Frankreich stellt man sich da mit Englisch doch etwas an… 😉
  • Ich bin auf mich alleine gestellt. Wenn etwas kaputt geht, das Motorrad umfällt oder mir im schlimmsten Fall etwas passiert, ist einfach niemand da, der einem helfen kann. (Wenn er nicht meinen Unfall durch Zufall gesehen hat.)

 

Ich entwickel mich mehr und mehr zum Kleingruppen-Reisenden. Warum?!

Zum Einen bin ich viel selbständiger mit meinem Bike geworden. Ich kann Reifen flicken, habe einen Kompressor und kann auf 5 Sprachen den ADAC rufen. 😉 Auch habe ich auf vielen, vielen Kilometern mit Gruppenreisen für mich erkennen dürfen, welche Art von Reisen ich mag und was eben nicht. Ich habe kein Problem, an einem Tag auch mal mehr als 600 km Landstraße zu fahren, mal mit Müsliriegel und Leitungswasser die Mittagspause zu bestreiten und den dritten Baum von rechts für dringende Dinge zu benutzen. Ich bin sicherlich auch eher zügig unterwegs als im Blümchenpflücker-Modus und mag es, viele Kilometer zu fahren.

Aber ab und an ein leckerer Kaffee an einem noch möglichst netten Ort verbunden mit einer Toilette ist mir einfach auch sehr wichtig. Gerade, wenn es um URLAUB geht und nicht um die Tagestour, darf man doch auch mal die Seele baumeln lassen. Und das geht für mich einfach auf dem Motorrad oder einer See-Terrasse deutlich besser als mit Kaffee an der Tanke oder Döner im Stehen.

Genau deshalb bin ich aber den Gruppenreisen so dankbar. Sie haben für mich das Reisen mit dem Motorrad erst möglich gemacht, da ich mich ganz alleine nicht auf eine erste Tour getraut hätte. Es gab das Internet noch nicht in dem Maße und ich hätte nicht gewusst, wohin, worauf achten und was ich mir zutrauen kann.

Warum dann nicht weiter mit den Gruppenreisen?

Wie gesagt, man kann Glück haben und neue Freunde finden. Aber man kann sich auch 14 Tage über “den Einen” ärgern, den man dann aber aufgrund der Gruppe einfach nicht mehr los wird.

Wer meine Berichte verfolgt, wird feststellen, dass gerade die Batikumstour mit Monika rein von der “Harmonie” direkt noch mal hätte zwei Wochen länger gehen können. Es muss einem aber auch klar sein, dass nach zwei netten gemeinsamen Tagestouren so eine Freundschaft beim ersten Versuch einer gemeinsamen langen Reise auch bereits wieder beendet sein kann, wenn man sich dann doch etwas anderes vom anderen versprochen hat.

Ich würde es aber auch vermissen, in großen Gruppen abends beim Essen oder Lagerfeuer zu sitzen und gemeinsam über die erklommenen Pässe und erreichten Orte zu erzählen. Dies ist einfach eine ganz andere Dynamik. Für mich macht es im Moment die Abwechslung und Vielfalt aus. Ich habe die Wahl zwischen Einzelreisen, Reisen mit Monika oder anderen guten Freunden in kleinen Gruppen, professionell organisierten Touren mit Veranstaltern und privat organisierten Treffen und Touren mit sehr lieb gewonnenen Menschen.

Und keine diese Spielarten möchte ich missen – eint uns doch eine Sache: Die Liebe zum schönsten Hobby auf der Welt!

 

Anmerkung:

Es gibt schon manchmal komische Zufälle. Dieser Blog-Eintrag existiert in seiner Idee seit dem Sommer, fast fertig ist er schon seit 4 Wochen.

Nun gab es vergangene Woche die Nachricht des ADAC Hessen-Thüringen, dass er ab sofort sein Motorrad-Reiseprogramm einstellt und es somit ab 2018 keine Reisen mehr im Portfolio geben wird. Ich war dieses Jahr nicht mit dem ADAC unterwegs, da ich durch die Organisation des V-Stromtreffens und die große Baltikumsreise zu sehr eingespannt und schon verplant war.

Aber ich habe meine ersten vorsichtigen Gehversuche mit Motorradreisen genau mit diesem ADAC gehabt, vor 16 (!) Jahren. Ohne Uwe Reitz von kurvenfieber.de wäre ich heute vermutlich gar nicht mit dem Motorrad unterwegs, würde häkeln oder im Langstrecken-Mikado neue Rekorde knacken. Ich habe mit ihm an langen Wochenenden Deutschland, Belgien, Luxenburg und die Niederlande erkundet. Wir haben die deutschen Flüsse gesucht und Mittelgebirge gefunden.

Auf den langen Reisen haben wir die Alpen von den Plitzwitzer Seen in Kroatien, über Slowenien, Italien, Österreich und die Schweiz bis nach Andorra und Spanien erkundet. Auf Sommerfesten haben wir Halbzeit gefeiert und  an langen Video-Tagen im November eine Saison Revue passieren lassen.

Das alles soll nun mit einer einfachen E-Mail vorbei sein?

So richtig glauben kann ich das nicht! Aber DANKE sagen möchte ich ihm, für einfach alles in dieser Zeit, sein Engagement, seine Ideen, sein offenes Ohr für Sorge und Nöte! Und danke an seine Tourguides, die diesen verrückten Haufen in wechselnden Konstellationen bei Wind und Wetter sicher durch die Lande geführt haben.

Irgendwie ist dieser Blog-Eintrag daher ihm gewidmet!

 

9 comments on “Gruppenreisen …

  1. Liebe Jule,

    lieben Dank für Deine netten Worte. Es war eine schöne Zeit, die ich mit Dir und all den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern verbringen durfte – immerhin 22 lange Jahre lang. Ich möchte keine der vielen Touren, die wir zusammen unternommen haben, missen. Jede war anders und jede war schön – was vor allem an den Teilnehmern lag, und also auch an Dir 😉

    Wir werden andere Wege finden gemeinsam Motorrad zu fahren. Infos dazu gibt es auf meinem Blog, der aktuell unter kurvenfieber.blog erreichbar ist.

    Dir noch eine gute Zeit und viele spannende Touren – allein, zu zweit in Kleingruppen oder …

    Liebe Grüße
    Uwe

  2. Schöner Bericht! Ich bzw. mein Mann und ich sind Paarreisende. Alles andere ist nicht unser. Sich an einer großen Gruppe zu orientieren, liegt uns gar nicht. sich mit Menschen herumschlagen, die man evtl. nicht mag, dafür ist uns unsere gemeinsame Zeit und das Geld zu teuer.
    Dafür aber vor die Landkarten zu sichten, Touren zu planen und zu verwerfen, das macht den Reiz.
    Aber zum Glück haben wir ja alle die Wahl. Wünsche allen Gruppenreisenden viel Spaß!

  3. Liebe Jule,

    es ist immer wieder interessant Deinen Blog zu lesen. Du sprichst sehr oft an , was ich so denke! Auch hast Du mich dieses Jahr so animiert, dass ich wieder mal ein wenig gefahren bin. Hatten nebenher Grossbaustelle am Haus. Ich kann Dir auch bei den Reisen mit dem ADAC nur zustimmen. Vielen Dank Uwe Reitz – es war schön und lehrreich.
    Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden.

    ganz liebe Grüsse ; )
    Elke

    1. Hallo Elke! Das freut mich tatsächlich sehr, dass das Lesen des Blogs sogar zum fahren animiert. Aber mir geht es auch so, dass es einfach zu viele Baustellen gibt, um alles das zu machen, was man noch so möchte….
      Viele liebe Grüße zurück,
      Jule

  4. … die Vielfalt der Möglichkeiten, die du ansprichst… das ist wirklich das Reizvolle.

    Ich erinnere mich …da war ich als ausgesprochenes Rudeltier, Paarflugjunkie und Leittierkandidatin das erste Mal seit Jahren alleine, also so richtig alleine unterwegs … nur ich & mein Bike …niemand vor, hinter oder neben mir … Weinen vor Glück unterm Helm

    Die ausgetretenen Pfade sollen, dürfen, können mal verlassen werden, Neues ausprobieren … Altes reaktivieren … wunderbar!

  5. SIE HABEN DIE MÖGLICHKEIT AN EINER VERKAUFSVERANSTALTUNG TEILZUNEHMEN

    Ohje,ohje,ohje. Größere Gruppen sin mir ein Graus. Erst ma aus eigener Erfahrung. Is schon ne Weile her, da dachten wir, man könne mit 10 oder 12 Moppeds ne Tagestour von 400 km in die Vogesen unternehmen. Ja kann man, muß man aber nicht. Warum? Beim Start: he Leute ich muß nur noch tanken. Nach 46 km Lichthupe: ich glaub ich hab zu wenig Luftdruck im Reifen. Nach 58 km: ich muß mal kurz in die Büsche. KM 101: Raucherpause. KM 130: ich hab Hunger. KM 160: übrigens ich fahr seit 20 km auf Reserve. KM 230: hat sonst noch jemand Durst? Und so weiter und so fort. Ach ja: Ampeln. Hät ich beinah vergessen. Am Ziel angekommen war wirklich jedem klar, die Heimfahrt sieht ganz anders aus. Seit dem fährt jeder von uns nur noch in kleinen Einheiten von 2,3 und höchstens vier Mopeds durch die Gegend. Und die, die da unterwegs sind finden sich anhand desselben Fahrstils zueinander. Wie beschrieben das sind eigene Erfahrungen. Dann gibt es noch die Beobachtungen die ich mache wenn ich größere Gruppen sehe. Da trudeln doch tatsächlich mehrere Tausender wie ein Bremsklotz vor einem Linienbus herum. Oder ich rolle auf eine Niederländische Reisegruppe auf. Der hintere Reiseleiter gibt mir ein Zeichen: du kommst hier nicht vorbei und er beschützt seine Gruppe indem er sich unglaublich breit macht und sogar in engen , unübersichtlichen Rechtskurven auf die Gegenfahrbahn fährt. Irre! Der war im vorherigen Leben wohl ne Katze und im Vertrauen auf seine sieben Leben unterwegs. Also Leute, müßen diese Gruppenreisen wirklich sein?

    In einer Heitzdecke eingewickelt und auf einem Kaffeeberg sitzend grüße ich euch

    euer Rudi Rüpel

      1. Hallo Julia,
        ja freut mich auch für dich. Manchmal sehe ich Gruppen von acht und mehr Motorrädern, wie läßt sich so ne Gruppe mit einem Auto überholen? Wie hat euch euer Profi Reiseleiter auf so eine Situation vorbereitet?
        Haste schon mal ne längere Solotour gemacht? Ich habe gelesen daß du dich zu Beginn nicht trautest. Ich kann es dir nur empfehlen. Meine erste Reise bin ich alleine angegangen. Ich konnte keinen Reifen flicken, hatte noch nicht mal viel Kilometer gefahren bis dahin. Hatte weder ne ADAC Mitgliedschaft noch ne Reiseversicherung, hab mir überhaupt keinen Kopp gemacht über waswärewenn. Es ging auch nicht in die Weiten Südamerikas, es ging in die Schweiz und Italien. Man wird bei uns, wenn was sein sollte, nicht wochenlang später irgendwo am Strassenrand verdurstet aufgefunden. Meine erste Solotour liegt schon sehr weit zurück. Heute nach vielen Jahren fahre ich immer noch dieselbe Rappelkiste wie damals. Mittlerweile zickt sie immer wiede mal rum und sie nennt sich DIVA, also wir kennen das Problem irendwelcher unfreiwilliger Boxenstops. Soll ich dir was sagen? Gerade daß macht den Reiz aus, alleine nur mit seiner Liebsten (DIVA), unterwegs zu sein.
        Denn wenn ich mit ölverschmierten Fingern an meinem Herzchen rumfummel und die Kollegen winkend vorbei fahren (als “Biker” wird natürlich immer gegrüßt), dann kommt garantiert ein Fußgänger, ein Fahradfahrer oder ein Autofahrer hält an und fragt ob er helfen kann. Meistens komme ich, dank der robusten Natur meiner Schönen alleine klar, aber aus den Kontakten mit denen die Helfen möchten, kann man oft was mitnehmen. Und außerdem habe ich bei so einem Halt mal Zeit inne zu halten, mich umzuschauen und siehe da, was für eine herrliche Aussicht, oder ach das Cafe wäre mir beim vorbei fahren garnicht aufgefallen, oder boah was für ein toller Baum.
        Am Anfang haben mich diese Pausen schon ein wenig genervt, doch heute sind sie fast das Salz in der Suppe. Manchmal kommt es vor daß einer der Freunde mitfährt, na ja der braucht in so ner Situation natürlich en dickes Fell. hahahaha! Also, wie gesagt, mach dir keinen Kopp, probier es mal aus.
        Die Freiheit die ich dabei empfinde ist einfach nochmal viel größer als wenn noch jemand dabei ist. Und man findet fast überall nette Menschen mit denen man sich austauschen kann.
        Gute Fahrt und LIEBEn Gruß
        rudi rüpel

        1. Hallo Rudi,
          Autos, die uns überholen? Wo gibt es denn so was? 😉

          Naja, mal im Ernst: Wir fahren in der Gruppe so, wie auch jeder einzeln fahren würde. Also nur abbiegen, wenn bei mir frei ist. Nur selber überholen, wenn ich meine, es ist frei und ich möchte überholen. Dementsprechend lasse ich dann auch ein Auto überholen, wenn ich es beim Fahren alleine auch getan hätte. Aber ich gebe zu, dass außer französische Irre ich selten in die Verlegenheit kam, von hinten “aufgerollt” zu werden.
          Hast Du denn meinen Beitrag eigentlich gelesen? Er fängt damit an, dass ich schreibe, dass ich mich “früher” nicht getraut habe, alleine zu fahren.
          Ich bin mittlerweile in allen Varianten unterwegs – alleine, mit meiner Lieblingsbegleitung Monika, aber auch gerne in Gruppen mit 8-10 Personen zu schönen Tagestouren. Bei diesen Touren habe ich nicht einmal Probleme, vorne weg zu fahren, weil wir alle ein sehr ähnliches Verständnis von Rücksichtnahme habe und in etwa gleich schnell unterwegs sind.
          Aber das ist ja das Schöne, dass es jeder so machen kann, wie er mag.
          Außer Frage steht, dass “sich breit machen” und “Verkehr aufhalten” einfach nicht OK ist, ob als Alleinreisender oder als Gruppe. Rücksichtnahme regelt alles, finde ich!

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