Rumänien – Tag 2 der Anreise

Gut geschlafen?

Wir haben die Nacht ganz unterschiedlich verbracht!

War uns noch am Vorabend auf der Terrasse des Hotels die Live-Musik im Ort empfohlen worden, konnten wir diese durch die geöffneten Fenster auch direkt live im Zimmer genießen. Während Monika die ganze Nacht abwechselnd der Musik und dann wieder den tschechischen Fahrzeugen auf der scheinbaren Rennstrecke vor unserem Hotel zugehört hat, habe ich es vorgezogen, mit Ohrstöpseln zumindest bis 4:30 Uhr zu schlafen.

Danach startete leider mein Kopfkino und die Kopfkino und die Sorgen mein Motorrad!

Beschauliches Rabi

Die Zeit bis zum Frühstück nutzen wir beiden Frühaufsteher für einen kleinen Rundgang durch den Ort. Eigentlich wirklich malerisch und verschlafen, aber leider doch an einer Hauptverkehrsstraße zwischen den Orten gelegen. Das macht es – wie schon gesagt – auch nachts etwas laut.

 

Sonnenaufgang über Rabi
Sonnenaufgang über Rabi

 

Hotel Attawa in Rabi
Hotel Attawa in Rabi

 

Blick auf die Burg
Blick auf die Burg

Der winzige Lebensmittelmarkt hat aber sonntags schon ab 7 Uhr geöffnet! Vier Minuten später bereichern zwei frische Äpfel unser Gepäck.

Strom mit Strom

Der erste Test am Motorrad heute ganz früh war erfolgreich, ich habe wieder Strom! Bei der Abfahrt allerdings wieder aus, zappenduster!!!!

Ich klopfe zweimal auf den Stecker, den wir seit gestern im Verdacht haben und siehe da, es werde Licht! Um ein bisschen Vertrauen in das Moped zu bekommen und nicht gerade zwischen Feldweg 1 und 2 den ADAC rufen zu müssen, fahren wir die ersten Kilometer eher größere Straßen! Sollte sie stehen bleiben, stehen wir wenigstens nicht in der Walachei!

 

Früh morgens hinter Rabi
Früh morgens hinter Rabi

 

Aber die Strom schnurrt zuverlässig wie am ersten Tag! Hinter Vodnany werden wir mutiger und biegen auf die geplante Route ab! Jetzt geht es nicht mehr schnurgeradeaus! Kreuz und quer fahren wir weiter Richtung Osten. Die Straßenverhältnisse sind deutlich besser als kurz hinter der Grenze. Es gibt nur wenige Passagen, in denen unser Frühstück wild durcheinander gewürfelt wird.

In einigen Orten haben sie mit rot-weißen Baken und Flatterband die Straßenränder geschmückt. Es scheint ein großes Festival zu werden, denn der Straßenschmuck zieht sich über mehrere Kilometer! 😉

 

Bunt geschmückter Ort
Bunt geschmückter Ort

 

Viel Wasser

Nahezu jeder noch so kleine Ort hat in Zentrum einen kleinen Teich. Ist dies aus Geselligkeit zum Angeln oder sind dies Löschteiche?! Wir haben keine Ahnung, können uns aber an dem pitoresken Nass nicht sattsehen.

 

Kirche am Wegesrand
Kirche am Wegesrand

 

Leider schafft es hier kein Bild der vielen Teiche in den Bericht, da auf diesen 70 Kilometern leider ein dickes Insekt beschlossen hatte, sein Leben genau auf der Linse der Kamera zu beenden… 😉

 

Einer der vielen Seen
Einer der vielen Seen

 

Aber auch die Seenlandschaft rundum Penedraz ist wunderschön anzusehen und daher ein willkommener Platz für eine kurze Pause!

 

kurze Pause am See
kurze Pause am See

 

Super Pause
Top!

 

Die zwei Damen unter dem Baum
Die zwei Damen unter dem Baum

 

Und aus der Gegenrichtung mit drei Damen unter dem Baum
Und aus der Gegenrichtung mit drei Damen unter dem Baum

 

Weiter Richtung Osten

Leider können wir aber auch hier nicht ewig bleiben. Weiter geht es, auch wenn wir kleinlaut zugeben, dass den “Geschwistern Eisenarsch” heute derselbige weh tut! Irgendwie kneift die Wäsche genau an den Stellen von gestern und auch die Falten der Sitzbank drücken an den gleichen Stellen! Gemeinheit!

Da erstaunlicherweise auch die Slowakei im Osten liegt (also von uns aus gesehen), fahren wir auch heute morgen immer zielstrebig in die tiefstehende Sonne. Während ich die Augen zusammen kneife, sinniere ich darüber, warum man zeitgleich auch die Nase kräuselt! Das gibt doch Falten oder zumindest ungleichmäßigen Sonnenbrand! 😉

Wir halten uns südlich von Neuhaus! Die Landschaft und die Orte machen uns zwiegespalten. Auf der einen Seite ist es fantastisch, die Weite der Felder zu sehen, auf der anderen Seite verrotten Häuser, Firmen und ganze Landstriche wirken ungepflegt! Ein Land der Gegensätze!

 

Tolle Wälder.....
Tolle Wälder…..

 

.. verfallene Gebäude....
.. verfallene Gebäude….

 

... und Kirmes - das alles auf wenigen Kilometern
… und Kirmes – das alles auf wenigen Kilometern

 

Menschenleere Straßen

Rund um Slavonice erinnert mich die Gegend teilweise an das Biosphärenreservat in der Rhön, oder das Erzgebirge oder die Heide! Ich kann mich nicht entscheiden! Auf jeden Fall wunderschön! Die Straßen sind der Oberhammer!!!

Teilweise nigelnagelneu und in bestem Zustand – so können wie es richtig laufen lassen.

 

Überall mäandern kleine Flüsse
Überall mäandern kleine Flüsse

 

Wie aus dem Nichts tauchen Klosteranlagen und Schlösser links und rechts des Wegen auf. In Vysocany ist an diesem Wochenende wohl auch noch das große Treffen Gespannfahrer! Auch damit rechnet niemand in dieser Einöde!

 

Schloßanlage
Schloßanlage

 

Autos sehen wir kaum, nur auf den größeren Straßen. Auf eben dieses sind auch dann mehr Motorradfahrer unterwegs. Verlässt man aber die Route auf kleinere Wege, ist mal fast alleine unterwegs!

In Bitov taucht eine beeindruckende Burg am Wegesrand auf!

 

Burg von Bitov
Burg von Bitov

 

Blick vom See auf die Burg
Blick vom See auf die Burg

 

Wir biegen rechts ab und endlich kann ich Monika die von ihr so lange vermissten schlechten Straßen Tschechiens zeigen! Aber nicht lange, dann haben wir wieder besten Asphalt unter den Rädern. In Vrabov nad Dyli legen wir unsere Mittagspause ein – auf geschichtsträchtigen Steinen.

 

Mittagspause mit bestem Blick
Mittagspause mit bestem Blick

 

Unser Tisch (und seine 3 weitere steinernen Kollegen) gehörten nämlich einst zur ursprünglichen Brücke, die auf der linken Bildseitue nun einem Neubau gewichen ist. Und damit sie historisch betrachtet nicht in einem Museum versauern, hat man sie mit Blick auf “ihren” Fluß dort wieder platziert.

 

Werden wir noch nass?

Als dunkle Wolken über die Burg ziehen, zieht es auch uns weiter! Hoffentlich werden wir nicht nass! Während die Sonne erbarmungslos mit über 30 Grad auf uns nieder brennt, halten wir das Unwetter zu unserer Rechten immer im Blick.

 

Drohendes Unwetter von rechts
Drohendes Unwetter von rechts

 

Die Landschaft wird zunehmend langweilig, die blöde Umfahrung von Znojmo nervt und die Temperatur zehrt auch an unserer Kondition. Jetzt gerade ist es etwas zäh….

Die Umfahrung von Lechoviche kennt mein Navi noch gar nicht. Das macht es wiederum spannend! Minutenlang fahre ich scheinbar Offroad, während mein Navi mich konsequent links und rechts in Feldwege abbiegen lassen möchte. Die dann eigentlich geplante Straße ist auch noch gesperrt und so fahren wir viel länger auf der Bundesstraße, als ich das geplant hatte. Aber bis auf dieses Teilstück kann ich die heutige Route jedem nur als Verbindung Richtung Rumänien empfehlen (und auch sonst als Route in und durch Tschechien!)

 

Einfach tolle Straßen
Einfach tolle Straßen

 

Durch Mikulov wollen wir eigentlich nur hindurch, trotz der beeindruckenden Burg, die sich schon viele Kilometer vorher am Horizont abzeichnet! Aber mein Hirn brüllt “KAFFEE” und so biege ich dann doch in ein kleines Straßencafe am Fuße der Burg ab.

 

Pause in Mikulov
Pause in Mikulov

 

Ab in die Slowakei

Vor der Grenze zur Slowakein wollen wir noch die letzten Kronen vertanken! Hätte auch funktioniert, wenn ich nicht träumend an der letzten tschechischen Tankstelle vorbei gebraust wäre! Aber egal – 2020 findest das große internationale V-Stromtreffen in Tschechien statt! Da habe ich schon mal Geld fürs erste Bier! 😉

 

Wieder eine Kirche
Wieder eine Kirche

 

und noch ein Fluß!
und noch ein Fluß!

 

Grenzübertritt in die Slowakei
Grenzübertritt in die Slowakei

 

Auf den ersten Kilometern ist auch die Slowakei noch nicht wirklich spannend, was sich aber schnell ändert! Erst durchqueren wir ein militärisches Sperrgebiet, welches nahezu unberührte Natur bietet. Rein landschaftlich hätte ich mich nicht gewundert, wenn plötzlich ein Elch aus dem Gebüsch marschiert wäre.

 

Militärisches Sperrgebiet mit Schlagbaum
Militärisches Sperrgebiet mit Schlagbaum

 

Aber auch die Aussicht auf die kleinen Karpaten entschädigt für einige langweiligere Passagen des heutigen Tags.

 

kleine Karpaten am Horizont
kleine Karpaten am Horizont

 

Zähne zusammenbeißen

Wie gestern sind die letzten Kilometer irgendwie die längsten. Die Temperaturen liegen nach wie vor oberhalb der 30 Grad, das Unwetter im Süden hat aber nun die Luftfeuchtigkeit auf Waschküchen-Niveau gebracht. Immer wieder fahre ich stehend auf dem Motorrad, um meine Kleidung drunter mal wieder zu trocknen. Ich möchte nicht wissen, wie es hinter mit riecht! 😉

In Dolna Krupa fahren wir noch mal rechts ran und tanzen eine Runde um die Bikes und ins Gebüsch! Man kann ja nicht alles ausschwitzen! 😉

 

Letzte Biopause
Letzte Biopause

 

In Sered sind dann auch die zwei Motorräder noch mal dran mit Tanken – ich freue mich, dass die Strom den ganzen Tag durchgehalten hat!

 

Ein letztes Bild vor Rastislavice
Ein letztes Bild vor Rastislavice

 

Um 18 Uhr haben wir es dann geschafft, Ankunft an unserem heutigen Etappenziel! Schnell unter die Dusche, denn die Terrasse lockt mit Bier und Burger!

 

Hotel Kalvin
Hotel Kalvin

 

Anmerkungen des Tages

Anmerkung 1:

Wären unserer Mittagspause brüllt ein Kind erbärmlich neben seiner Mutter! Monika kommentiert furztrocken:  “Wenn mein Kind damals so dauerhaft gebrüllt hätte, dann hätte ich ihm einen Grund dafür gegeben!” Ich mag ihre einfühlsame Art. 😉

Anmerkung 2:

Während wir so hinter zwei Wohnmobilen her bummeln, lasse ich meinen Gedanken freien Lauf. Ich denke darüber nach, was ich so alles mit dem Zeigefinger meines Handschuhs mache.

  • Insekten vom Visier weg wischen
  • Dreck von Motorrad, Helm und anderem abreiben
  • Finger nass machen, um die Kamera zu reinigen
  • Die Nase reiben, wenn sie juckt
  • und, und, und…

Ich komme zu dem Schluss, dass man Handschuhe alle 14 Tage neu kaufen muss! Definitiv! 🙂

Anmerkung 3:

Wer Sorge hat, dass wir zu wenig fahren, weil ich zu viel schreibe: Ich glaube, gestern 500 km und heute 470 Kilometer auf großen, kleinen und sehr kleinen Landstraßen sind ein Pensum, das wir schon OK finden! 😉

Anmerkung 4:

Auch wenn die Suzuki heute gut durchgehalten hat, wollen wir morgen früh mal in eine Werkstatt in der Slowakei! Es scheint der Stecker vom Hauptkabelbaum zu sein, der sich durch Wackeln zum Kontakt oder eben zu keinem Kontakt hinreißen läßt. Eine etwas blöde Ausgangssituation für weitere 14 Tage in den Karpaten! Vielleicht kann man bei Suzuki mir ja die Masse überbrücken, dann sollte das Problem behoben sein!

Anmerkung 5:

Ich weiß jetzt doch, wie meine Wäsche riecht. Auch die sollte man neu kaufen, oder waschen, oder morgen einfach mal wechseln! 😉

Anmerkung 6:

Auch mein Laptop hat heute gestreikt! Das wäre es fast gewesen mit Blog und so von unterwegs! Aber in Anlauf 76 hat er sich dann doch meiner erbarmt! Vermutlich hat der noch August! 😉

Anmerkung 7:

Wir sind nicht nass geworden!

 

Die Route

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9 comments on “Rumänien – Tag 2 der Anreise

  1. Ich liebe Deine Reiseberichte, jedesmal ein kleiner Urlaub für mich… und eine Ermutigung es mal selbst zu versuchen. Möge Euch alles gelingen, weiterhin gute Fahrt!

  2. Strom wieder mit Strom! Ich drücke die Daumen, dass das so bleibt. Und: Ordentliches Streckenmaß! Kenne keine Männergruppe, die so viel am Stück fahren würde. Die alten Herren müssen meiner Erfahrung nach alle 100 Kilometer anhalten und Kaffee/Kuchen/Bier/Schnitzel-Pause machen, die dann locker eine Stunde dauert. Oder anders: Mit EUCH würde ich auch fahren.

  3. Tolle Berichte. Ich freu mich auf die nächsten Tage. Und ich weiß jetzt, dass meine CBF eine Dame ist – das erklärt vieles! Weiterhin einen guten Ritt!

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