Pyrenäen – Sonntag – 4.9.2016

Regen oder kein Regen?

 

Wir hatten gestern noch einen netten Abend! Aber mit 25 Personen ist die Lautstärke beim Abendessen schon eine andere, als bei einer kleinen Mahlzeit in einem verschlafenen Hof in einem französischen Dorf oberhalb der Mosel.;-)

Ein neuer Tag begrüßt uns heute mit wolkenverhangenem Himmel. Alle Wetter-apps sagen, es bleibt trocken! Nun ja, glauben wir es mal.

Morgens auf dem Parkplatz :
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Ungeduldig scharren alle mit den Hufen, wann es endlich losgeht. Ab heute genießen wir auch den Luxus, dass ein Bus unser Gepäck von Hotel zu Hotel fährt ! Schon wirklich ein Luxus, bei den Straßen, die wir in den nächsten Tagen unter die Räder nehmen wollen. Bei einem ersten Blick auf den Parkplatz stellen wir fest, dass wir mit dreimal Honda, einer Yamaha und einmal Suzuki bei der 1200 GS Ausfahrt wirklich in der Minderheit sind! Naja, den werden wir es noch zeigen. 😉

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Viertel nach neun geht es los. Während wir uns durch kleine Winzerdörfer bewegen, liegt die Ebene zwischen Macon und Villefranche im grau – blauen Morgendunst links unter uns. Wassertürme und Kirchturmspitzen ragen trotzig in die Höhe.

Ich liebe das erwachende Frankreich… Zwei alte Männer mit ebenso vielen Zähnen stehen rauchend in einer Bar, eine Mama klemmt sich das frisch gekaufte Baguette unter den Arm und zwei Hunde wärmen sich in den ersten Sonnenstrahlen.

Die Weinberge des Beaujolais wechseln sich mit schattenspendenden Waldpassagen ab. Wir lassen Lyon weit links liegen und fahren über die ersten Pässe wie Col du Joncin, durch St. Paule, vorbei an Affoux, bevor wir in Panissières nach zwei Stunden den ersten Kaffeestop einlegen.

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Kurz vor elf geht es weiter, erst noch durch hügelige Landschaft, bevor wir leider wieder stetig bergab fahren müssen.. Stetig steigt auch die Temperatur und ich überlege, ob es mir nicht besser ging, als ich noch an die konstant 14 Grad geglaubt habe. 😉 Aber noch haben wir die 30 Grad von gestern nicht erreicht.

Nach dem Motto „never change a winning team“, genieße ich es auch in der ADAC – Gruppe, Roadine weiterhin hinter mir zu wissen. Doch als ich nach einem der unzähligen Kreisverkehre suchend in den Rückspiegel schaue, blicke ich mir tief in die Augen. Mir wird sofort klar, ich sehe nicht nur Wüstentiere, sondern habe auch noch eine Schraube locker. 😉

Also muss in einer der nächsten Pausen wohl der rechte Spiegel wieder befestigt werden…

Ansonsten kann ich mich technisch nicht beschweren… Nach den ersten mehr als 1000 Kilometern habe ich auch richtig Vertrauen in die neuen Reifen mit dem stacheligen Insekt drauf…;-)
Nach wunderschönen menschenleeren Strecken auf frisch geteerten Straßen folgen wir viele Kilometer dem Gorge de la Loire. Nachdem unser Tourguide mehrere nette Lokale unbeachtet am Straßenrand hat liegen lassen, gestaltet sich kurz darauf die Suche nach einem Mittagessen schwierig. Endlich finden wir ein nettes Lokal, in dem man aber leider nicht bereit ist, auch nur ein kleines bisschen langsamer zu sprechen. Wir müssen uns also überraschen lassen, was wir so bestellt haben…

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Ich glaube, danach war ich im Suppenkoma oder der Schnitzelstarre. Ich erinnere mich an kaum was nach dem Mittagessen. Außer der Tatsache, dass es deutlich entspannender ist, mit nur 5 Motorrädern an einem Sonntag eine Stadtdurchfahrt zu machen, als an einem Wochentag mit 11 Bikes .

Am Lac de Bouchet machen wir einen letzten Stopp zum Kaffee trinken. Nun ja… Nicht alle…

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Als bekennende Wasserratte muss ich selbstverständlich Qualität und Temperatur des erfrischenden Nass testen und ärgere mich kurz darauf, die Schwimmsachen im Bus zu haben. Kann passieren, wird ab morgen geändert.:-)

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Roadine und ich sinnieren darüber, wie schön es ist, nicht jeden Tag so viele Kilometer fahren zu müssen… Äh, zu dürfen…. Äh, zu wollen….. Ach, ihr wisst schon!;-)

Die letzten Kilometer sind noch einmal traumhaft.

Wir schwingen uns schwindelig durch die Ausläufer des Gorge d’Allier und folgen weiter dem Chapeauroux , bevor wir in Châteauneuf-de-Randon in so etwas wie einer Garage die Motorräder am Hotel parken dürfen. Wir sind nicht die einzigen, die sich fragen, wie man da morgen wieder raus kommt.

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Das Feierabend – Bier haben wir uns redlich verdient.

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Aber auch der weitere Ausklang des ereignisreichen Tages im tollen Speisesaal des Hotels lässt keine Wünsche offen.

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Wir laufen einen Esslöffel des Nachtischs noch auf einem kleinen Spaziergang ab und freuen uns auf den morgigen Tag, wenn es zu der Stadt geht, die nach einem berühmten Spiel benannt wurde. Es geht nach Carcassonne!

Anmerkungen des Tages:

Anmerkung 1: die Wetter Apps haben Recht behalten. Kein Regen!

Anmerkung 2: ich habe Arachnophobie. Ich möchte die Schlaumeier vor sich selbst bewahren. Daher bleiben bei mir Skorpione Insekten und keine Spinnentiere. Eine Spinne käme mir nicht mal auf dem Reifen ans Motorrad.

Anmerkung 3: wir wollten es den BMWs zeigen. Wir haben es ihnen gezeigt! Zuerst, wie man das Rücklicht an einer Honda wechselt. Danach, wie man an einer Suzi den Spiegel befestigt. Ich liebe es, wenn ein Plan aufgeht….

Anmerkung 4: ich habe Schlauchophobie, oder wie auch immer man die Angst vor dem Überfahren von Schläuchen in Schräglage auf dem Motorrad nennt. Heute bin ich über einen Schlauch gefahren.

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