Deutschlandreise – Ab in die Rhön – Tag 1

Guten Morgen

Heute könnte ich fast ausschlafen, immerhin buche ich bei Monika ja den fertig gedeckten Frühstückstisch mit! Aber nichts da, 5:30 Uhr schlage ich die Augen auf und frage mich, was dieser Quatsch soll!

Da ich aber eigentlich recht ausgeschlafen bin, schreibe ich einfach den Artikel von der Anreise zu Ende und genieße es, mich noch ein bisschen von links nach rechts zu wälzen. Kurz danach zieht der Duft von gebratenem Speck durch das Haus. So kitschig es sich anhört, so wahr ist es! Also schwinge ich mich schnell in meine Klamotten, flitze durchs Bad und kann mich schon kurz danach bei Tee und gebratenem Speck an den Frühstückstisch setzen.

Eine Pille links, einen Löfffel rechts

Es soll aber nicht mein einziges Frühstück bleiben, denn seit gestern habe ich etwas, dass ich von mir gar nicht kenne. Ich habe Magen-Darm! Und um den heutigen Tag nicht zu gefährden, setze ich dann doch auf die Macht der Tablette und werfe mir noch etwas ein.

Ab zum Motocross

Pünktlich wie die Maurer sitzen wir um 9 Uhr auf unseren Motorrädern und rollen zu unserem ersten Zwischenziel , der Motocross Strecke in Schlüchtern. Wer jetzt glaubt, dass wir mit der V-Strom und der CBF 1000 den Jungs einmal zeigen wollen, dass man auch voll gepackt die Strecke bewältigen kann, den müssen wir enttäuschen. Leider also auch keine Fotos. Aber wir haben noch einen lieben Freund besucht, und konnten uns so wenigstens für 15 Minuten in die Arme fallen.

Wir im Fahrerlager

Der Ausflug nach Schlüchtern hat uns fast eine Stunde Zeit gekostet, hat sich gelohnt, aber wir befürchten jetzt schon am Abend unsere Route etwas abkürzen zu müssen.

Das Gegenteil einer Abkürzung – nämlich einen Umweg- schlägt uns ein großes Baustellenschild vor. Irgendwie soll unsere Route nicht befahrbar sein. Wir halten dieses Schild jedoch nur für eine freundliche Aufforderung an Autofahrer, hier nicht weiter lang zu fahren, aber für Motorradfahrer wird die Strecke sicherlich frei sein. Leider hatten die Bauarbeiter Freitagnachmittag ihre Walze vergessen, aber wir waren eh nicht lange böse und haben diese umrundet. 😉

MITTAG

Bei traumhaften Temperaturen fahren wir nun weiter nach Südosten, lassen Bad Kissingen hinter uns liegen und finden kurz hinter Stadtlauringen in Aidhausen einen schönen Gasthof für eine Mittagspause. Hatten wir erst das Gefühl, dass der Gasthof nur für eine geschlossene Gesellschaft geöffnet wurde, wurden wir doch herzlich willkommen geheißen und konnten uns im Schatten für die Mittagspause niederlassen.

Später hatte ich allerdings das Gefühl, dass der Seniorchef auch einen Narren an mir gefressen hat, aber auch dem Angebot auf eine Festanstellung konnte ich widerstehen und so machten wir uns zügig wieder auf unsere Route, die so langsam Richtung Norden abbog.

Grenzbegegnungen

Hinter Hofheim beginnt eigentlich so richtig unsere Tour. Das erste Schild auf unserer Tour kündigt an, dass hier bis 1989 Deutschland und Deutschland voneinander getrennt waren. Auch wenn Monika und ich beide auf unserer Route nicht jedes Museum mit mitnehmen, nicht jedes Mahnmal andächtig ansehen und jedes Museum von innen sehen möchten, so halten wir denn noch an und fotografieren schon andächtig das Grenzschild.

Ab jetzt schlängeln wir uns über große, kleine und sehr kleine Straßen immer entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Dies bedeutet oftmals viele Schlenker, um sehr viele Kilometer später gar nicht mal so weit weg vom Ausgangspunkt wieder auszukommen.

Das Navi sagt uns mittlerweile an der Ankunftszeit von 18:30 Uhr voraus. Das ist für uns noch im Rahmen. Aber leider schlägt jetzt auch gerade die Müdigkeit zu, so dass wir verzweifelt in einer fast menschenleeren Gegend nach einem Kaffee Ausschau halten. Es vergeht der ein oder andere Ort, bevor ein ein Schild ins Cafe Auri lockt. Zwar entpuppt sich der Rhabarberkuchen als Erdbeerkuchen, aber der Latte Macchiato ist lecker und wir wollen uns einfach mal nicht beschweren. Zumindest die Aussicht passt..

Kurven am Nachmittag

Weiter und weiter geht es über wundervolle Straßen! Wer hat eigentlich mal behauptet, dass die Rhön langweilig ist. Wir genießen es unglaublich, den weiten Blick über die Landschaft schweifen zu lassen, wie sich sanfte Wälder, Wiesen und die gelben Rapsfelder mit winzigen Ortschaften abwechseln. Wir sind nicht auf der KurvenJagd, wir sind auf Reisen!

Wie passend, dass wir zu Beginn unserer Reise durch Westhausen und nun durch Ostheim fahren, bevor wir in Tann in der Rhön noch mal einen kurzen Stopp machen. Monika ist dafür, den Schlenker von 60 km noch zu fahren. Aber ich gebe offen zu, dass ich zu müde bin. Also streichen wir ein paar Wegpunkte und machen uns direkt auf den Weg Richtung Pension.

Point Alpha

In Rasdorf müssen wir links abbiegen, um unserer Strecke entlang weiter zu folgen, aber ein Schild weist nach rechts zum Point Alpha. Und genau das liebe ich am Reisen mit Monika. Zweimal wird das Visier hoch geklappt, ein kurzes bestätigendes Nicken, dass wir nach rechts fahren, und schon haben wir auch den geschichtlichen Part unserer Reise in Angriff genommen.

Point Alpha ist ein Mahnmal, Gedenkstätte und Museum zugleich. Wir gehen ein Stück Kolonnenweg durch das grüne Band, an dem viele Skulpturen Erinnern sollen.

In die Gegenrichtung kann man einen Wachturm, ein Stück der Mauer, etwas Grenzzaun und auch den Wachhund sehen. Es ist tolles Wetter, aber dennoch sind wir auf einmal ganz kleinlaut und uns wird wieder einmal bewusst, welch bewegendes geschichtliches Ereignis sich 1989 sich hier zugetragen hat und wie dramatisch die vorher an dem Grenzen war.

Jetzt sind es noch ein paar Kilometer bis zu unserer Pension zwischen Bad Hersfeld und Philippsthal in Ausbach. Und durch Zufall fahren wir die Straße zwischen Wehrshausen und Schenklengsfeld und ich bin restlos begeistert und könnte den Rest der Woche eben diese Straße immer und immer wieder fahren.

Wer Gastfreundschaft sucht, der sollte in der Pension zum Landecker in Ausbach halt machen. Neben ganz tollen Zimmern haben unsere zwei treuen Pferde sogar eine Garage. Eine Dusche später können wir uns bei leckeren Schnitzeln wieder stärken, bevor uns das Dunkelbier den Rest gibt. Oder war es der Schnaps?!

Wir wissen es nicht und traben mit einem Feierabend Radler wieder gemütlich zu unseren Zimmern im Gästehaus, wo wir den Abend vor der Tür sitzen noch ein bisschen genießen.

Während der eine liest, schreibt der andere an seinem Blog. Wie dürfen raten, wer was macht.

Anmerkungen des Tages :

Anmerkung 1:

Monika meint, wir hätten schon fast unseren Baltikums Hüpfer wieder drauf. Sie meint damit das ehrwürdigende Schauspiel, wenn wir versuchen, elegant zwischen Gepäckrolle und Tankrucksack zu verschwinden.

Anmerkung 2:

Wir finden uns immer zurecht und brauchen niemals Hilfe!

Anmerkung 3:

So macht bloggen keinen Spaß. Der Beitrag steht gegen 20:30 Uhr. Die nächsten 3 Stunden weigern sich uploads von Bildern, der Laptop bekommt Windows – Updates, auch die von Firefox… Und anschließend hängt alles…..

Die Route würde ich uneingeschränkt empfehlen!

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3 comments on “Deutschlandreise – Ab in die Rhön – Tag 1

  1. Wunderbar geschrieben. Macht mir Lust die Tour mal nach zu fahren. Die Rhön mag ich schon lange. Mal sehen, hab inm Juni 3 Tage Seminar in Bad Hersfeld, vielleicht ist da etwas Zeit schon mal einen Appetithappen zu nehmen.

  2. Liebe Motorradmädchen,
    vielen Dank für Euren netten Besuch in unserer Gaststätte/Pension und das positive Feedback auf Eurem Blog.
    Gerne freuen wir uns wieder über einen Abstecher von Euch und auch allen anderen Bikern die unsere schöne Heimat kennen lernen und durchfahren möchten.
    Für Eure Planung ruft oder schreibt mich gerne an.
    Eine weiterhin tolle und unfallfreie Tour, sowie viele Grüße wünscht Euch Karl Asbach von der Gaststätte und Pension zum Landecker in Hohenroda-Ausbach.

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