WAPU – Anreise

 

Endlich geht es los! Seit Wochen, nein Monaten warte ich darauf, dass es endlich zur WAPU 2018 losgeht.

WAPU – Was ist denn das?

Walpurgisnacht

Die Walpurgisnacht  (auch Hexenbrennen) ist ein traditionelles nord- und mitteleuropäisches Fest und leitet sich von der heiligen Walpurga ab. Traditionell gilt die Nacht vom 30.  April auf den 1. Mai als die Nacht, in der die Hexen insbesondere auf dem Blocksberg (eigentlich “Brocken”), aber auch an anderen erhöhten Orten, ein großes Fest abhielten. (Geklaut aus Wikipedia)

Bei den V-Stromern ist dies traditionell die Zeit, in der sie bei den Forenbetreibern einfallen, ihr Haus verwüsten, die Wiese durch Zelte ruinieren, ihnen die Haare vom Kopf futtern und anschließend den Hausrat im Garten verbrennen!

Glaubt ihr nicht?! Stimmt aber – zumindest fast- oder in Ansätzen.. Na gut: Jörg und Gilla laden uns herzlich ein, dekorieren wie die Wilden, bunkern Getränke, stellen Haus und Wiese zum Schlafen und Zelten zur Verfügung, organisieren Frühstück und bestellen den Caterer für den Abend! Am 30. April wird dann ein zünftiges Feuer entfacht, an dem wie an den anderen Abenden zuvor toll gequatscht und geredet wird.

Welcome to Suzuki-City! (Foto: Richard)

 

Wer nicht dabei war, kann kaum verstehen, warum man sich schon Monate vorher wie Schnitzel darauf freut!

Aber ganz auf Anfang

So, jetzt wisst ihr also, warum ich wie eine Verrückte daheim herum wibbel, bis ich endlich meine kleine Schwarze aus der Garage rollen darf, ihr die gelbe Rolle auf den Rücken schnalle, mich dazu geselle und mit blubberndem V2 langsam im kühlen Morgen die Straße herunter gleite.

 

Wenn die Hexen rufen, wirft sich auch die kleine Schwarz mit ihrem Hexenbesen in Schale!

 

Die ersten Kilometer geht es wie so oft über die Autobahn, zu wichtig sind mir noch ein paar Minuten am Morgen, zu wertvoll, sich noch einmal im Bett umzudrehen. Dennoch bin ich richtig gut in der Zeit, um in Haan noch einen richtig leckeren Kaffee zu schlürfen und mit Richard und Dirk auf die weiteren Mitfahrer zu warten. Mehr als pünktlich rollen auch die drei auf den Hof, so dass wir keine Zeit verlieren und uns auf den Weg Richtung Harz zu machen, nicht ohne unterwegs noch weitere WAPU-Mitstreiter aufzusammeln.

Auf den ersten Kilometern präsentiere ich meinen motivierten Mitfahren die 126 roten Ampeln von Haan, Solingen und Remscheid. Tief beeindruckt schweigen sie angesicht meiner Ortskenntnisse und hoffen heimlich, dass ich damit alle Ampeln für den Rest des Jahres gefunden habe. Auch ich schweige, quasi, um nicht zu sagen, dass ich in meinen Helm fluche. Aber so ist es nun mal….

Bis zur Biggetalsperre läuft es fast einwandfrei, bis mich eine Umleitung erst zu einer Umleitung zwingt (sonst wäre es ja auch keine Umleitung), daraufhin das Navi neuberechnet, und neuberechnet und neuberechnet und neuberechnet. Leier kann es während der Neuberechnung der Relativitätstheorie keine Route mehr ausgeben, geschweige denn sich zu einem Gespräch mit mir herablassen, so dass ich bis an eine T-Kreuzung mit dem letzten Funken Orientierungssinn komme, dort aber kapituliere. Ein “Piep” verkündet ein Intercom-Gespräch und schon tönt es wohltuend in meinem Helm: “Rechts und dann in 1,4 Kilometern nach links”. Dankbar strahle ich, dass mein Navi auf die Stimme “Truder” umgeschaltet hat und ich bis zum Treffpunkt im Café Seesicht nun den Anweisungen von meinem Lumpi ganz am Ende der Reihe bekomme.

Nach einem Neustart des Navis sind wir beiden aber auch wieder ins Gespräch gekommen – mein TomTom und ich! 🙂

Schnell sammeln wir Hary ein und starten nun zu siebt weiter in Richtung Harz.

Winterberg

Bei Bielefeld behauptet man ja, dass es den Ort gar nicht gibt. Bei Winterberg weißt Du, dass Du den Ort gefunden hast, wenn es sehr voll und sehr hässlich wird und die Schilder nun zuerst in niederländisch geschrieben sind. Punktgenau finde ich den Treffpunkt mit Monika, oder zumindest einen Wendehammer vor einem Fahrradweg in einem Wohngebiet, den mein Navi für eben diesen Treffpunkt hält.

Scheinbar sind mein Navi und ich das erste Mal seit 40.000 km auf dem Kriegsfuß und Jorn muss vorfahren, damit wir und Monika nicht weiterhin 2 km voneinander entfernt aufeinander warten. Hatte ich mir das “Restaurant Panorama” im Winter und in der Theorie als wunderschönen Berggasthof vorgestellt, sind wir uns schnell einig, dass in diesem Touristen-Abzock-Hochbetrieb keiner von uns Mittag machen möchte. Ich verspreche, in den nächsten 20 Kilometern etwas besseres zu finden.

Geistige Umnachtung

Wer schon mal als Tourguide unterwegs war, kennt eine goldene Regel: Suchst Du ein Lokal, sind sie alle von der Landkarte verschwunden! Versprich also niemals – hörst Du: NIEMALS – Deiner Gruppe, dass Du sicherlich bald einen Mittagspausenpunkt finden wirst. Und wenn Du etwas findest, was auch nur annähernd danach aussieht, dass es essbare Dinge verkauft, halt an!

Nicht so meinereiner. Erst war mir die Straße zu laut, dann lag mir die Terasse des nächsten Lokals doch etwas zu schattig. Und so fuhren wir, und fuhren wir, fanden auch stillgelegte Gasthöfe, fuhren weiter und ich traute mich nicht einmal mehr anzuhalten, um nach der Stimmung zu fragen, als sich in Elleringhausen endlich ein netter kleiner Gasthof zu unserer rechten mit einer einladenden Terrasse auftauchte. Geblinkt, geparkt, gesessen!

Wir waren alle ziemlich hungrig, so dass Burger, Toast, Schnitzel und Salat schnell ausgesucht waren. Eine schöne Pause hatten wir und die auch nur ein klitzekleines bisschen später als gedacht.

 

Gemütlich (Foto: Richard)

 

Ich muss mich für das Bild entschuldigen. Es gab eines mit Jorn und dicker Backe oder eines mit mir und dickem Bauch. Ich habe mich für Jorn entschieden! 😉

Kaffee oder kein Kaffee

Da wir nun schon viel weiter vorangekommen waren als geplant, war einstimmiger Wunsch, den Kaffee und das Eis in Hann. Münden ausfallen zu lassen und lieber etwas später noch mal eine Rast einzulegen. Hätten wir doch mal…

So lösche ich die Eisdiele als Wegpunkt und lasse mich von TomTom weiterleiten. Wir rollen gerade durch die letzte Ampel von Hann. Münden als es von hinten tönt “Kaffee-Durst!”. Da ich schon mal in Hann. Münden war, hatte ich ohne Wegpunkt nicht so viel Lust, auf gut Glück noch mal in die Stadt der Einbahnstraßen abzubiegen. Hätte ich doch mal….

Leider fand sich aber auf den folgenden Kilometern weder links noch rechts des Weges (noch in den äußerten Winkeln meines TomTom-Bildschirms) ein Café, so dass ich angesicht der Müdigkeit deutlich die Geschwindigkeit drosselte und hoffte, dass sich mir etwas Café-ähnliches in den Weg wirft.

Hätte ich doch mal in Hann. Münden Pause gemacht….

Viel später als geplant musste zu guter letzt eine Bäckerei in einem Rewe-Markt als pitoresker Eisdielen-Ersatz herhalten, aber das war uns mittlerweile auch egal.

Ankunft

Um es pünktlich zum Abendessen noch ins “Hauptquartier der V-Stromer” zu schaffen, ließen wir recht bald wieder die Motoren an und machten uns auf die letzten Kilometer Richtung Tettenborn.

Nicht einmal mehr unserer Wohnung haben wir bezogen, so pünktlich lieferte der Caterer wie beim letzten Mal ein wirklich leckeres Mahl. Klüger als 2017 ließ ich diesmal Platz für das Eis – eine weise Entscheidung! 🙂

 

Der Run auf das warme Buffet!

 

Nach dem Essen war vor dem Einzug in unsere Wohnung, damit wir danach endlich das wohlverdiente Feierabend-Bier zu uns nehmen konnten.

Was für ein schöner Anblick, auch die Zweiräder hatten nun Feierabend!

Selten waren wir so schnell wieder unterwegs, um den gemütlichen Teil des Abends einläuten zu können.

 

Schwedenfeuer: Und brennst Du nicht willig, so gebrauch ich Druckluft!

 

Bei Schwedenfeuer und Bier gab es viele Gespräche und gar nicht mal so spät fielen wir müden Krieger in unsere Betten und freuten uns auf den Sonntag – der ersten gemeinsamen Ausfahrt.

 

Anmerkung 1:

Mein bester Freund darf nicht fehlen.

Der Wolf

 

Anmerkung 2:

Mein bester Freund hat leider eine Neue!

Seine Neue! Was hat sie, was ich nicht hab?! Fell an den Ohren? Große Pfoten?

 

8 comments on “WAPU – Anreise

  1. Hallo Julia,

    danke für dein Review, es liest sich einfach wunderbar.
    Bitte schreibe und bebildere den Rest auch noch, für die, die nicht dabei waren.

    LG
    Torsten / Stromler

  2. Ein intessanter Bericht – es macht Spaß, deinen Reisen zu folgen. Das mit der Suche nach den Zwischenstopps kommt mir sehr bekannt vor – bis man selbst die einzige, Ideale Raststelle gefunden hat, ist man schon an mehreren, auch guten Plätzchen, vorbeigefahren. Aber egal – Hauptsache unterwegs!

  3. WER RASTET ROSTET!

    Also ich sach ma so, rasten und Nahrungsaufnahme wird überbewertet. Das geht alles von der Fahrzeit ab. Tanken allein beansprucht ja oft schon 10 Minuten und es ist ja nunmal nicht den ganzen Tach dat goße Licht an. Und wer rast rostet nicht!
    DENKMAL!
    LIEBEn Gruß
    rudi rüpel

  4. Jule,toll!
    …übrigens hätte ich mal…Streich bitte aus Deinem Gedächtnis!
    …und Fell an Deinen Ohren steht Dir nicht! Wolf hat sie wegen der Pfoten und des Blickes gewählt…

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