Rumänien – Tag 8 – Dracula

Disko

dumm-dumm-bau-bau-dumm-dumm-bau-bau

Wie so viele Dinge im Leben hat auch ein Hotel mitten in der Stadt zwei Seiten! Einerseits ist man schnell zu Fuß in der Stadt, ohne Motorradklamotten und ohne Helm. Andererseits nimmt man aber auch durch das geöffnete Hotelfenster den Rest der Nacht am fröhlichen Leben in einer rumänischen jungen Stadt teil.

Wobei wir jetzt im Bett liegend nicht wirklich Teil einer ausufernden Party geworden sind, aber die Discomusik, die quer zu uns herüber schalte, hat das Einschlafen schon ein wenig verzögert.

 

Blitzstart

Wir sind inzwischen absolut zeitoptimiert! Um 7:10 Uhr sind wir aufgestanden, ab 7:35 Uhr liegen wir gelangweilt in Motorradsachen wieder auf den Betten, starren auf unsere verschlossenen Gepäckrollen und warten darauf, dass es in 25 Minuten Frühstück gibt! Zu zweit – als Frauen!

Wie für Motorradfahrer vermutlich üblich, checken wir auch noch mal die Wetter-apps! Wenn sie nicht total lügen, sollten wir tatsächlich für die nächsten Tage noch Glück mit dem Wetter haben! Das wäre sensationell. Denn auf Schnee in den Bergen oder Regen wie in Deutschland haben wir gerade nicht wirklich Lust!

Heute stehen Kronstadt (Brasov), das Dracula Schloss in Bran und hoffentlich auch noch die Transfagarasan auf dem Programm!

Auf dem Weg zum Frühstücksraum knarren und Knarzen die alten Holztreppen und Böden unter dem Gewicht unserer Motorradstiefel! Ich glaube, jetzt sind alle wach! Aber hier gibt es Orangensaft und frisches Obst. Ich habe mich selten so sehr darauf gefreut!

Abfahrt

Wir checken aus und zerren unsere zwei beladenen Motorräder aus dem engen und sicheren Innenhof wieder heraus und starten unsere heutige Tour.

 

Sicherer Platz im Innenhof - mitten in Schäßburg
Sicherer Platz im Innenhof – mitten in Schäßburg

 

Wir wussten es eigentlich schon von dem Blick auf die Straßenkarte, aber so richtig wahr haben wollten wir es nicht: Es geht ab jetzt ca 100 km auf der Europastraße immer geradeaus!

 

Freie Fahrt am Samstagmorgen
Freie Fahrt am Samstagmorgen

 

Gibt es in Rumänien eigentlich ein LKW-Fahrverbot an Wochenenden? Denn es ist erstaunlich wenig los, gerade einmal drei größere LKW treffen wir unterwegs! Und noch einen Unterschied erkennen wir zwischen unseren bisher gefahrenen Straßen und den Europastraßen: Junge, leicht bekleidete Damen scheinen den LKW-Fahrern morgens Frühstück und Kaffee zu reichen. Hoffentlich erkälten sie sich nicht, so wenig wie sie anhaben! 😉

In den wenigen Ortschaften, die wir durchqueren, müssen wir das Tempo zwar etwas drosseln, aber eigentlich kommen wir hervorragend voran.

 

Wusstet ihr, dass in Rumänien Hopfen angebaut wird?

 

Sanfte Hügel
Sanfte Hügel

 

Und auch Wald
Und auch Wald

 

Spontanbesuch in Rupea

Hinter einer Kurve taucht plötzlich eine Burg in den Hügeln auf! Dies ist die Burganlage von Rupea. Eigentlich nicht auf unserem touristischen Tagesprogramm, aber sie sieht so toll aus, dass ich spontan den Blinker nach links setze. Wir sind früh dran und landen vermutlich deshalb noch nicht im touristischen Wahnsinn! Aber die Parkplätze und die strenge Security deutet auf deutlich mehr Betrieb hier am Wochenende hin.

 

Rupea am Horizont
Rupea am Horizont

 

Rupea aus der Nähe
Rupea aus der Nähe

 

Dicke Mauern, hohe Türme
Dicke Mauern, hohe Türme

 

Wir haben allerdings keine Lust, Eintritt für eine ausführliche Besichtigung zu zahlen, da dies unseren heutigen Zeitplan sprengen würde. Aber ein Erinnerungsbild auf dem Parkplatz, das muss sein!

 

Parkplatz an der Burg
Parkplatz an der Burg

 

Überholvorgänge auf Europastraßen

Wie schon in den vergangenen Tagen mehrfach festgestellt, hätten wir besser uns mal eine topographische Karte kaufen sollen! Denn hinter Hoghiz wird die Straße auf einmal enger, kleiner und viele Warnschilder deuten auf eine besonders gefährliche Strecke hin. Wir können dies nicht so wirklich nachvollziehen, denn mit 80 lassen sich diese Kurven einfach toll fahren! Auf einmal stockt der Verkehr. Eine elend lange Schlange schleicht den Berg hinauf! Sicherlich wird irgendwo weit vorne ein LKW sein. Aber Rumänien wäre nicht Rumänien, wenn an jeder möglichen Stelle zum Überholen die Leute uns Platz machen und auch wieder super einscheren lassen, wenn das Überholverbot vorbei ist.

 

Geniale Verhältnisse auf der E60
Geniale Verhältnisse auf der E60

 

Haben wir uns in den vergangenen Tagen auf den kleineren Straßen nicht immer an die durchgezogene Linie gehalten, sind wir heute hier sehr genau! Europastraße, LKW, das riecht nach Polizei im Straßengraben!

Grinsend schaue ich in den Rückspiegel! Monika und ich fahren Motorrad wie ein altes Ehepaar! Fahre ich normalerweise vorneweg und immer stur auf der linken Straßenseite, so mache ich bei den Überholvorgängen viel Platz, in dem ich bis auf den Vordermann auf seiner rechten Seite auffahre. Kaum ist Monika mit ihrer CBF in die gleiche Lücke – aber links – gefahren, tauschen wir tänzerisch die Seiten, so dass ich wieder in den Gegenverkehr schauen kann.

 

Kronstadt (Brasov)

Wir können Brasov noch nicht erkennen, aber sehen am Horizont schon die dahinter aufragenden Berge. Das verspricht noch ein toller Nachmittag zu werden!

 

Leider bremst uns kurz vorher noch eine größere Baustelle aus! Minutenlang stehen wir in der prallen Sonne und warten auf die elend lange Schlange des Gegenverkehrs. Während ich die Zeit nutze, mich meiner Softshell-Jacke zu entledigen, können die Autofahrer vor und hinter uns bei fliegenden Händlern verschiedene Beeren kaufen. Die sehen echt gut aus!

 

Baustelle vor Brasov
Baustelle vor Brasov

 

Hügel bei Brasov
Hügel bei Brasov
Es wird super viel hier gebaut - auch samstags!
Es wird super viel hier gebaut – auch samstags!

 

Die ersten Kilometer nach Kronstadt rein sind wirklich entspannt, auf der Ausfallstraße herrscht wenig Verkehr. Die zwei dreispurigen Kreisverkehre ohne sichtbare Verkehrsregeln lassen den Adrenalinpegel kurz hochschnellen, aber als wir wenig später nahe des Marktplatzes unsere Motorräder abstellen können, hat sich der Aufwand gelohnt!

 

Parkplatz mitten im Zentrum von Brasov
Parkplatz mitten im Zentrum von Brasov

 

Der Marktplatz mit seinem imposanten Rathaus
Der Marktplatz mit seinem imposanten Rathaus

 

Gassen von Brasov
Gassen von Brasov

 

Schwarze Kirche
Schwarze Kirche

 

Selfie vorm Brunnen
Selfie vorm Brunnen

 

Kaffeezeit! Nach ein paar Tourifotos, setzen wir uns mitten auf dem Platz und genießen den vermutlich viel zu teuren Kaffee mit dem fantastischen Ausblick!

Ist aber egal, denn auch das Innere des Lokals ist einen eigenen Blick wert und der Besuch hier hat sich in jedem Fall gelohnt.

 

Im Inneren des Restaurants
Im Inneren des Restaurants

 

Und der Ausblick von der Terrasse
Und der Ausblick von der Terrasse

 

Weiter geht es! Nächstes Ziel ist Bran – berühmt für sein Draculaschloss. Wir finden relativ schnell aus Brasov heraus! Den Stadtverkehr hier empfinde ich wirklich als angenehm.

 

Dreispurige Einbahnstraße nach Brasov
Dreispurige Einbahnstraße nach Brasov

 

Kirche am Kreisel
Kirche am Kreisel

 

Die Motorräder bekommen noch einmal Sprit und ich zeige in einem Kreisverkehr Monika kurz noch den Parkplatz vom Hornbach! Okay, TomTom sagt, ich soll an der dritten Abfahrt raus, ich habe es lieber mal mit der zweiten versucht! Frauen hören einfach nie zu!

 

Brahnsinn!

Wir sind eigentlich wieder auf einer Europastraße, unser Ziel ist das Dracula Schloss in Bran. Aber so unterschiedlich können Straßenverhältnis in Rumänien sein! Hätten wir heute morgen die Europastraße auf Kronstadt zu sicherlich auch mit 120 km/h fahren können, so ist die Straße jetzt in einem deutlich schlechteren Zustand. Aber nicht mehr lange! Ich bin mir sicher, im nächsten Jahr wird diese Straße in großen Teilen fantastisch sein! Für uns bedeutet dies aber leider auf den nächsten Kilometern, immer wieder an Baustellenampeln länger zu stehen, die Motoren auszuschalten und dem Gegenverkehr freundlich zuzuwinken! So machen wir heute keine Kilometer!

 

Die Aussicht Richtung Bran
Die Aussicht Richtung Bran

 

Ich gestehe aber, dass wir eigentlich noch gut dran sind! Die Auto- und Busschlangen, die im Gegenverkehr an den Ampeln stehen, sind um ein Vielfaches länger! Was für ein Verkehrs Theater!

 

Endlich mal wieder eine Baustelle
Endlich mal wieder eine Baustelle

 

Ampel - 30 km/h und noch 240 Kilometer vor der Brust
Ampel – 30 km/h und noch 240 Kilometer vor der Brust

 

Das Dracula Schloss von Bran taucht in der Ferne am Horizont auf! Die Freude ist groß, denn auch das war auf unserer bucket-list für Rumänien. Doch je näher wir uns dem Schloss nähern, desto mehr kommen wir in das Walt Disney Rumäniens! Busse versperren die Parkplätze, Menschenmassen schieben sich über den Bürgersteig und in der touristischen Art Fußgängerzone von Bran kannst du deine eigenen Schuhe nicht mehr sehen! Wie gut, dass wir uns immer so einig sind! Wir gucken uns kurz an, nicken uns zu und die Sache ist klar: Hier fahren wir weiter!

Am Ortsausgang halt mir noch kurz an, und ich mache das obligatorische Foto! Es mag Blasphemie sein, Rumänien ohne das Dracula Schloss wieder zu verlassen, aber in diesem Fall tut es mir überhaupt nicht leid darum!

 

Dracluaschloß in Bran
Dracluaschloß in Bran

 

CBF, Monika und Draculaschloß
CBF, Monika und Draculaschloß

 

Am Straßenrand - ein Schnappschuß
Am Straßenrand – ein Schnappschuß

 

Elendsstrecke

Die Europastraße klettert hinter Bran kontinuierlich die Berge hoch! Leider ist auch jeder Tourist, der vorher das Draculaschloss angesehen hat, auf dieser Straße unterwegs. Das mit dem Auto fahren, das müssen viele noch üben! Auch die Straßenverhältnisse wechseln stetig. Mal ist es guter Asphalt, mal eine kleinere und nicht so gut asphaltierte Straße, und mal hoppeln wir in dichten Bodenwellen mit 20 km/h durch die Orte! Das wird wohl ein langer Tag werden!

 

Hinter Bran
Hinter Bran

 

Wenn es läuft, dann läuft es! Heute aber leider eher selten
Wenn es läuft, dann läuft es! Heute aber leider eher selten

 

Eigentlich brauchen wir echt dringend eine Pause! Aber nichts ist einladend und irgendwie wollen wir diese Europastraße auch hinter uns bringen. In Campulung Matau springe ich schnell in einen Supermarkt, sacke Brötchen und Cola ein und wir fahren noch ein wenig bis wir kurz vor Bereovesti nach rechts auf eine Nebenstraße abbiegen.

 

Kaum biegt man ab, verändert sich schon wieder die Landschaft
Kaum biegt man ab, verändert sich schon wieder die Landschaft

 

Mittagszeit

Kurz darauf finden wir einen schönen Picknickplatz und machen eine sehr verspätete Mittagspause.

 

Parkplatz für die Motorräder
Parkplatz für die Motorräder

 

Parkplatz für Monika
Parkplatz für Monika

 

Ich ess dann schon mal! ;-)
Ich ess dann schon mal! 😉

 

Aber wir haben doch ein bisschen Strecke vor uns und so können wir nicht ewig auf der Wiese liegen! Wir machen uns weiter auf den Weg über Domnesti nach Curtea de Arges, wo wir vorsichtshalber doch noch mal tanken! Da stehen komische Schilder, dass irgendetwas hier gesperrt ist. Aber auf die Frage an der Tankstelle, ob die Straße geöffnet ist, sagte man uns, ja klar! Die macht erst um 18 Uhr zu. Wir geben also Gas!

In Capatanenii ist dann aber erstmal Schluss. An einer Straßensperre winkt uns ein netter Polizist an den wartenden Autos vorbei und ruft uns ein “go, go, go” hinterher.

 

Freie Fahrt auf den ersten Metern der Transfagarasan
Freie Fahrt auf den ersten Metern der Transfagarasan

 

Zwangspause

Aber am Stausee Lacul Vidraru ist dann endgültig Schluss. Es ist Triathlon und Fahrradrennen gleichzeit, und die Straße ist bis 18 Uhr gesperrt! So sind auf einmal anderthalb Stunden verloren! Wir wollten doch eigentlich in zwei Stunden schon im Hotel auf der Terrasse sitzen. Die Aussicht hier ist zwar wirklich toll, aber so lange wollten wir sie eigentlich auch nicht genießen.

 

Eingepfercht, aber schon in Lauerstellung für die Abfahrt
Eingepfercht, aber schon in Lauerstellung für die Abfahrt

 

Staumauer, da kann ich fast gar nicht hinsehen
Staumauer, da kann ich fast gar nicht hinsehen

 

Zufahrtsweg
Zufahrtsweg

 

Blick auf den See
Blick auf den See

 

Zwei Argentinier kommen auf einem Motorrad aus der Straße nach Cumpana! Ja, so 25 Kilometer müsse man rechnen, und so 1,5 Stunden. Die Stré wäre zwar befahrbar, aber halt sehr langsam!

Hmm, darauf haben wir auch nicht wirklich Lust! Also warten!

Wir sprechen angeregt mit einer Australierin, die mit ihrem Schweizer Ehemann in Südamerika lebt, aber derzeit in Rumännen mit ihm Urlaub macht! Das übertrifft ja sogar noch den Luxemburger von Bicaz! 😉

 

Panik kommt auf

Im Hotel habe ich schon Bescheid gesagt, dass wir heute etwas später dran sind. Hoffentlich stimmt diesmal die Auskunft, dass das Restaurant bis 22 Uhr geöffnet ist. In Ungarn hat das schon mal Picknick auf dem Balkon bedeutet. Aber wir sind jetzt schon mal sehr entspannt!

Die Straße soll eigentlich um 18 Uhr geöffnet werden. Bereits um 17 Uhr schicken die Polizisten im weiter unterliegenden Ort zur Entlastung der Zufahrtstraße die ersten Autos zu uns an den Stausee. Riesige Idee! Denn jetzt stehen die Autos mit laufendem Motor im Tunnel, blockieren die Zufahrt und die Mannschaftswagen der Triathleten komme nicht mehr ins Tal! Das erste Chaos ist perfekt

Allerdings zeigt sich jetzt auch eine ganz andere Eigenschaft der Rumänen. Jeder möchte der Erste sein. Da jetzt die Autofahrer aus dem Tal zuerst im Tunnel stehen, beginnt hektisches Rangieren auf unserem Parkplatz. Einer nach dem anderen wird Erster vor dem Ersten, der wiederum vor dem Ersten steht. Jeder hat Sorge, nicht früh genug auf die Strecke zu kommen. Ich gebe zu, auch wir hatten gehofft, dass man ein Einsehen hat und uns vor den Autos fahren lässt. Aber die gerade einmal volljährigen rumänischen Jungs sind so voller Adrenalin und Hormonen, dass wir uns eher Sorgen um unsere Gesundheit machen, wenn wir versuchen, als Frauen vor ihnen her zu fahren.

 

Wenn Rumänen eine Schlange bilden
Wenn Rumänen eine Schlange bilden

 

Countdown

Ab 17:50 Uhr wird es spektakulär. Aus allen Ecken kommen nun die Autos und es stehen parallel ca zehn Autos in der Pole-Position! Beim Formel 1 Qualifying heute wäre das mal ein Sensationsergebnis gewesen. Man bittet sogar die Polizei, ihr Auto aus dem Weg zu stellen, damit man sich auch vorne mit einreihen kann. Und die rumänische Polizei ist brav und stellt prompt das Auto auch an die Seite.

17:55 Uhr beginnen die ersten, ihre Motoren aufheulen zu lassen und schon mal mit angezogener Handbremse ein wenig mit den Autos zu wackeln. Ich fühle mich wirklich in einer anderen Welt!

17 57 Uhr: Alle starten die Motoren und beginne, hektisch aufeinander zu zu fahren!

17:59 Uhr: die Anspannung erreicht beeilen ihren Höhepunkt

18 Uhr, die Straße müsste jetzt eigentlich geöffnet werden. Aber es verzögert sich um wenige Millisekunden, was sowohl die Autofahrer um uns herum wie auch die im Tunnel zu einem ohrenbetäubenden Hupkonzert veranlasst! Und was macht die Polizei?! Sie entschuldigt sich und öffnet umgehend die Straße! Willkommen in Rumänien! 😉

 

Lacul Vidraru und der Aufstieg

Wir sind vielleicht die 20, die sich vorne auf den Weg machen, die Transfagarasan zu erklimmen. Wir hatten ja schlimmstes befürchtet, aber eigentlich läuft es relativ flüssig.

Auf den langen Geraden werden die wenigen etwas langsameren Autos überholt. Auch wir können gefahrlos überholen und ab dann läuft es mega flüssig! Immerhin brauchen wir auch noch etwas Reserve, um den teilweise doch sehr heftigen Schlaglöchern ausweichen zu können.

 

Der See versteckt sich vor uns hinter den Bäumen
Der See versteckt sich vor uns hinter den Bäumen

 

Vom See sehen wir leider sehr wenig. Immer blitzt er mal ein wenig durch die Bäume, aber eine echte Aussicht auf ihn kann man das nicht nennen! Vermutlich erschließt sich einem als Wanderer eher dei Schönheit!

Und so hangeln wir uns immer weiter durch den Wald, begrüßen ein paar Schafe, bevor auf einmal hinter ein paar Kurven die ersten Gipfel auftauchen! Wo kommen die auf einmal her?!

 

Mit Getier muss man hier immer rechnen!
Mit Getier muss man hier immer rechnen!

 

Die ersten hohen Berge
Die ersten hohen Berge

 

Wir schrauben uns immer höher, bis wir auch die letzten Bäume hinter uns lassen! Jetzt sehen wir den Pass immer wieder an den Berghängen oberhalb von uns als graues Asphaltband. Galerien geben uns eine Orientierung, wo wir die Straße suchen müssen. Und es wird kalt! Von 25 Grad unten im Tal werden es oben auf einmal 11 Grad. Wie gut dass wir die Sommerhandschuhe anhaben!

 

Immer weiter den Berg hinauf
Immer weiter den Berg hinauf

 

Dem grauen Asphaltband folgend
Dem grauen Asphaltband folgend

 

Wir fahren in den letzten Tunnel hinein und es wird klar, den Aufstieg haben wir hinter uns.

 

Tunnel durch den Berg auf die andere Seite
Tunnel durch den Berg auf die andere Seite

 

Auf der gegenüberliegenden Seite gibt es dann wieder das Bild von Souvenirs Shop und anderem Ramsch ! Aber wir sind auch in den Wolken und ein strammer Wind weht uns entgegen. Das lädt nicht wirklich zum Aufenthalt ein, wir steigen nicht einmal von unseren treuen Gefährten.

Sehr zügig starten wir unsere Abfahrt, jetzt geht es auf der Nordseite wieder Richtung Tal.

Und da ist sie auf einmal – die Sicht auf die Traumstraße Rumäniens, die man immer in Bildbänden sieht!

Eine der Aussichten, die uns überhaupt nach Rumänien gelockt hat! Wir machen noch ein paar Erinnerungsfotos, und können es nicht fassen. Wir sind auf der Transfagarasan!

 

Blick Richtung Norden
Blick Richtung Norden

 

Das typische Foto der Transfagarasan
Das typische Foto der Transfagarasan

 

Erinnerungen am Berg
Erinnerungen am Berg

 

Auf nur 30km fällt die Straße steil und kontinuierlich wieder ins Tal. Wir konzentrieren uns auf den sehr gewöhnungsbedürftigen Asphalt, der mit seinen endlosen Längsrillen uns das Gefühl gibt, dass die Reifen platt sind. Als wir den Wald am Ende des Passes verlassen, überrascht uns die Aussicht auf die weite Ebene, die im Abendlicht liegt. Es ist immer wieder unfassbar, wie schnell sich der Ausblick ändert!

 

Abendsonne auf der Transfagarasan
Abendsonne auf der Transfagarasan

 

Die letzten Meter

Unser Hotel ist diesmal ausnahmsweise ein gut ausgeschilderter großer Hotelkomplex, in dem wir extra in der Parkverbot Zone parken dürfen. Die Schilder scheinen nur unverbindlich zu sein und nur für Autofahrer zu gelten. 😉

Wir beziehen unser schönes Zimmer mit Balkon, gehen aber noch im Motorrad-Klamotten zum Essen. Immerhin ist es schon fast 20:30 Uhr! Das Bier schmeckt lecker, der Kopf wird müde und wir überlegen kurzzeitig, ob wir im Speisesaal schlafen! 😉

Aber dann siegt die Vernunft und wir machen uns doch noch auf den Weg, die Taschen auszupacken, zu duschen und nach 370 km wohlverdient ins Bett zu fallen!

 

Anmerkungen des Tages

Anmerkung 1:

Man wird gegen das Tierelend hier nichts so einfach unternehmen können. Aber früh morgens schon eine kleine Katze neben ihrer toten Mutter sitzen zu sehen und ein überfahrener Hund am Straßenrand, das überfordert mich dann doch etwas!

Anmerkung 2:

Ich muss das mit dem sauberen Rumänien etwas revidieren. Die Orte sind wirklich sehr sauber, aber wenn man an den großen oder kleinen Landstraßen in die Haltebuchten Am Straßenrand fährt, findet man die Müllhalden des Landes! Hier scheint jeder alles das, was er sonst nicht entsorgen kann, einfach sich selbst überlassen. Muss das  sein?

Anmerkung 3:

Man muss auch mal mit wenig Worten alles ausdrücken können. Daher habe ich das Wort “schnellativ” erfunden. Es ist halt “relativ schnell”.

Anmerkung 4:

Wir haben heute sehr gute Erfahrung gemacht, sich an gute rumänische Autofahrer dran zu hängen, gerade wenn die Straßen etwas schlechter sind. Wenn sie es laufen lassen, dann ist die Straße in gutem Zustand. Bremsen sie urplötzlich ab, dann wissen auch wir, dass es hier sinnvoll ist, es etwas langsamer angehen zu lassen.

Anmerkung 5:

Es war von vornherein geplant, dass wir heute im Hotel noch mal ein bisschen Wäsche durchwaschen. Immerhin sind wir zwei Nächte hier, da kann die Wäsche gut trocknen. Man kann sich aber in etwa vorstellen, wie viel Lust man noch hat, wenn man um 20:00 Uhr im Hotel ist, gegessen und das Feierabendbier im Kopf hat! Wenn wir also zu Hause ankommen und uns die Fliegen umkreisen, dann haben wir heute nicht mehr gewaschen. 😉

Anmerkung 6:

Ich fahre wirklich gerne vorweg! Das würde ich mir auch ungerne wegnehmen lassen! Aber nach einem Tag wie heute merke ich, dass ich auch müde bin. Ich freue mich morgen auf eine kürzere Route durch Siebenbürgen.

Anmerkung 7:

Monika hasst Innenstädte! Und da ist es egal, ob sie im In- oder im Ausland liegen! Wenn ich aber unbedingt auf Stadtbesichtigung möchte, fährt sie tapfer hinter mir her und ignoriert gekonnt dreispurige Kreisverkehre ohne erkennbare Regelung! Danke für deinen Gleichmut an dieser Stelle! 😉

Anmerkung 8:

Viele Grüße an Günther (aus Facebook), der wohl gestern in Schäßburg in der gleichen Pizzeria saß! Die Welt ist doch echt klein!

Anmerkung 9:

Im Innenhof haben unsere treuen Rösser nach den staubigen Strecken eine dringende kleine Durchsicht bekommen. Kettenfett für die CBF, WD40 bei beiden am Handbremshebel! Der Rest hält!

Anmerkung 10:

Wir werden oft gefragt, ob wir dieses und jenes gesehen haben, oder bestimmte Kirchen oder Klöster besichtigt haben. Wir sind Kulturbanausen! Wir lieben das Fahren, gerne auch mal einen näheren Blick riskieren, aber bitte keine endlosen Besichtigungen! Aber da ist halt jeder Jeck anders!

Anmerkung 11:

Ich poste zu wenig Kirchenfotos.

Daher hier doch noch mal eins:

 

Kirchenfoto
Kirchenfoto

 

Die Route

 

Mit Transfaragasch

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15 comments on “Rumänien – Tag 8 – Dracula

  1. Guten Morgen Julia!
    Vielen Dank fürs mitnehmen auf dieser Reise. Wir starten heute auch in Richtung Rumänien.
    Ich hätte eine kurze Frage. Wie habt Ihr eure Unterkünfte gebucht? Direkt? Booking.Com? Und wie weit im voraus habt Ihr gebucht?
    Wir sind da eher immer der spontane Typ und suchen uns um die Mittagszeit oder erst Abends etwas.
    Grüße
    Tobi

    1. Hallo Tobi! Wir haben unsere ganzen Unterkünfte vorab gebucht, von einem Reiseunternehmen. Wir ticken da einfach etwas anders. Aber nach den ersten Tagen hier vor Ort, kann ich dir versichern, dass du hier immer eine Unterkunft finden wirst!
      Die Rumänen fahren einfach in eine Pension abends an, klopfen und fragen, ob noch etwas frei ist. Ansonsten haben wir festgestellt, das auch TripAdvisor eine gute Adresse ist, weil bei booking oft die kleinen Pensionen nicht drin sind. Ich weiß nicht wie eure Strecke geplant habt. Such mal nach dem Ort Botiza. (George Iurca bei TripAdvisor) Die Pension war super!

      Aber morgen beginnt hier die Schule wieder, also sind die Ferien vorbei. Man sollte also eigentlich keine Probleme haben. Viele Pensionen bieten auch abends Restaurantbetrieb mit an. Da steht aber auf den Straßenschildern immer mit dabei, wenn es Pension und Restaurant ist.

      1. Danke für die Infos… Zum Thema geplante Route…. Hmmm ähm… Hmmmm… Also wir haben geplant heute bis in die Slowakei zu fahren…
        Mehr Planung gibt’s noch nicht.
        Sind gerade am Packen weil wir ja etz dann mal los sollten/wollten
        In Rumänien wirds auf Nähe bisher ähnliche/gleiche Strecke wie bei euch rauslaufen. Wir wollen ja alle so ziemlich das gleiche sehen. Wir sind auch zum erstenmal in diesem Land von dem her hab ich mich eh schon damit abgefunden das meiste noch nicht zu sehen sondern erst bei weiterem Besuchen.
        Euch noch viel Spass!
        Gruß Tobi

  2. Oh man, jetzt war ich so gespannt auf Draculas Schloß….aber diese Transfasanstrecke ist ja Hammer. So nach der ganzen Leserei bekomme ich langsam ein Gefühl für das Land. Ihr seid echte Botschafter, weiter so!! Und viel Spaß auf den nächsten Etappen.
    Grüße vom Ex-Stromer, Guido.

  3. Wir waren Ende Juni 2 Wochen.. leider viel zu kurz… .. es war trotz einiger nicht so tollen Straßen und örtlichen Verhältnisse ein Mega schöner Urlaub… Ich freu mich schon wenn wir wieder nach Rumänien fahren…. euch auch eine schöne Zeit…

  4. Ganz grosses “Hut ab”, dass ihr euch den Touristenrummel in Bran nicht angetan habt … und … bei dem heutigen Bericht war das Highlight definitiv die Rangelei vor der “pünktlich erhupten” Abfahrt

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