Motorradmesse Dortmund – erst mal die Zweiräder!

Motorräder Dortmund 2018

Am 2. und 3. März 2018 war es für mich wieder so weit: Die Motorräder Dortmund öffnete für mich ihre Pforten. Gut, nicht nur für mich, aber auch für mich!

 

Kalt war es, sonnig, aber echt kalt!

 

Zwei Tage wollte ich mir Zeit nehmen für Gespräche, Informationen, Probesitzen, gucken und vielleicht auch kaufen. Bisschen blöd nur, dass ich eigentlich so gar nichts wirklich brauchte.

Aber irgendeine Idee findet sich da sicherlich noch! 😉

Ich habe mir ein bißchen Motorräder angeschaut, Kleidung, Schuhe (ja, typisch Frau) und Zubehör.

Aber fangen wir im Teil eins mal mit den Zweirädern an, wobei ich in keinster Weise Anspruch auf technische Details und markentreue Vollständigkeit lege!

 

Motorräder:

Eine Motorradmesse ohne Motorräder? Undenkbar! Also nutze ich den Freitag und mache mich mal mit den Angeboten der verschiedenen Hersteller vertraut.

 

Suzuki – meine Nummer 1:

Seit meiner V-Strom bin ich Suzuki ja wirklich treu. Ich mag auch die neuen V-Stroms, im Prinzip, wenn da nicht nur das Ein-Auge wäre. Aber an dem diesjährigen Stand hat mich nichts so richtig vom Hocker gehauen.

Klar, es gibt die 1000er V-Strom noch mal mit diesem Gimmik und jenem Schnörkel, aber den “WOW-Effekt” hatte ich leider nicht. Hatte ich insgeheim noch auf den Ralley-Umbau der V-Strom 1000 von Stefan Hessler gehofft, wurde ich leider auch hier enttäuscht.

Ich habe aber viele tolle Gespräche geführt und freue mich darauf, nächstes Jahr bei zahlreichen Neuvorstellungen wieder über den Stand zu stromern und in der Suzuki Club World wieder andere Suzuki-Enthusiasten zu treffen. In diesem Jahr hat es einfach nicht sollen sein.

 

KTM:

Also die Farbe ist ja schon mal auffällig! Während es Kawasakis auch in anderen Farben als Kawasaki-grün gibt, ist bei KTM alles orange! Spricht ja auch nichts dagegen, tolles Marketing!

Zuerst habe ich mich in Richtung der 1290 Super Duke R gewagt. KTM selber spricht ja von “the beast” und mit 177 PS vom leistungsstärksten V2-Motor, den Sie in ein Straßenfahrwerk gezwängt haben. Das mag ja alles sein und über Geschmack lässt sich ja auch immer vortrefflich streiten. Aber ich frage mich aber ernsthaft, ob bei der Front des Naked-Bikes entweder jeder Designer mal ein Stück designen durfte oder die gesamte Abteilung im Vollrausch die Vollplastik-Front verbrochen hat. In der Preisklasse darf ich einfach mehr erwarten, als eine weiß-gelbe Leuchttafel, komische Plastikblinker an einer nicht weniger komischen Plastik-Blinker-Brücke. Bei der Optik brauche ich mich mit Fahrverhalten, Leistungsdaten etc erst gar nicht mehr belasten – ein Motorrad nur für die dunkle Zeit des Tages ist einfach nicht meins.

 

Bildschön und echt viel Motorrad!

 

Weitaus gefälliger kommt für mich die 690 Duke her. Ist ja ein Einzylinder vom Fahrverhalten her eigentlich so gar nichts meins, macht die kleine Duke rein optisch aber ganz schön was her. Der bewährte Gitterrohrrahmen lässt die 73 PS mal gerade knapp 150 kg Trockengewicht bewegen. Da kommt mal Schub auf die Strasse! Da ist es doch gut, dass Fahranfänger hier auch eine A2-Version verfügbar ist, so dass man sowohl zu Beginn der Motorradfahrer-Karriere wie auch nach der A2-Zeit viel Spaß auf diesem leistungsstarken Bike haben kann.

Auch die Sitzprobe lässt gutes erwarten. Mit meinen 1,73 passe ich sehr gut auf das Motorrad! Wirkt die 690er von außen betrachtet fast klein, so empfinde ich den Kniewinkel als erstaunlich angenehm und werde mir wohl in wärmeren Tagen mal einem KTM-Händler suchen, um mich dann doch mal wieder auf einen Einzylinder zu wagen.

 

Harley:

Was soll ich zu Harley Davidson sagen… Eher fragen: Produzieren die eigentlich auch Motorräder?! Ich glaube, daran erinenrt sich kaum ein Messe-Besucher, der direkt am Stand war oder sich von der Empore zu einem genüsslichen Blick hinreissen liess. Heiße Kurven haben die aber! Also die bei Harley – ähm, am Stand 😉

 

Yamaha:

Bei Yamaha habe ich mich wie jedes Mal auf das ein oder andere Motorrad gesetzt, vornehmlich aus der Tracer oder MT-Serie. Diesmal hat eine Tracer 700 mein Interesse geweckt. Ich war allerdings sehr erstaunt, dass nicht einmal ich mit meinen winzigen Füßen in Schuhgröße 38 entspannt auf den Rasten stehen konnte, ohne dass die Ferse meines Schuhs an die Soziafußraste stieß. Was machen da Frauen und Männer mit normal großen Füßen? Direkt auf die Soziafußraste umsteigen? Für mich ehrlich gesagt ein bißchen Fehlplanung…

Und da gibt es ja auch noch die Niken, oder das Niken, oder den Niken… Yamaha schreibt auf ihrer Seite: “Das auffällige und futuristische Design gibt der NIKEN eine dominante Präsenz. ” Ich halte dies für die höfliche Formulierung von “brachial hässlich”.

 

 

Dennoch bin ich neugierig, wie sich ein – ähm… – naja, nennen wir es mal “Motorrad”.. Also, dennoch bin ich neugierig, wie sich ein Motorrad mit doppelten Vorderradführung in Neigetechnik fahren lässt.

 

BMW:

Ich bin ja so unglaublich neutral, das glaubt man kaum. Bin ich im letzten Jahr die 1200er GS Probe gefahren und konnte mich von den eigentlich netten Fahreigenschaften überzeugen, verursacht die Marke bei mir so gar keine Emotionen. Ich möchte einfach nicht eines von 1000 gleichen Motorrädern an einem beliebigen Pass irgendwo in D-A-CH-Land besitzen. Ich möchte nicht einfach alles fahren können, weil die Assistenzsysteme mir jederzeit eine ebene Straße mit perfektem Asphalt vorgaukeln. Ich möchte nicht 20.000 Euro für ein Motorrad ausgeben, bei dem ich immer noch erstaunt bin, wie die Anzahl an massiven Rückrufen so spurlos an der Käuferschar vorbeizieht.

Und zu guter Letzt mag ich einfach keinen Boxermotor – außer zum Handschuh-Wärmen an kalten Tagen. Aber da findet sich zuverlässig immer ein BMW-Fahrer in der Gruppe. Denn weit weg von meiner Neutralität müssen die Motorräder und die Marke ja irgendwas haben – sagen zumindest die Zulassungszahlen.

 

Triumph:

Bei Triumph bin ich im letzten Jahr zwar auch die Street und Speed Triple Probefahren, aber als flatteriger Textilkleidungsträger macht das Fahren auf dem Highspeedoval ungefähr so viel Spaß wie eingewickelt in 3 Wolldecken einen Windkanal zu testen. Daher habe ich diese Bikes auf der Messe nur eines kurzen Blickes gewürdigt und bin zur Tiger-Abteilung weitergewandert.

Die Triumph Explorer hat von ihrer Wuchtigkeit in meinen Augen nichts verloren, dagegen fand ich die Tiger Sport mit ihrem gut 1000 cm³ starken Dreizylindermotor sehr gefällig. Ein bißchen asphalthungrige Raubkatze, ein bisschen waldwegsuchende Offroad-Schönheit, ich fand sie sehr gelungen. Klar, echte Offroadpisten sind nicht ihr Metier, muss es aber auch gar nicht.

Ganz beeindruckt war ich von der neuen Tiger 800 XRX LOW, einer reinrassigen Tiger 800, die im Standard auf eine Sitzhöhe von nur 780 mm kommt, sich mit einer niedrigen Sitzbank sogar  noch mal auf nur 760 mm Sitzhöhe reduzieren lässt. Ich finde dies ein erstaunlich schön anzusehendes Motorrad für Männer und Frauen, die nicht mit 1,70 m oder mehr Körperlänge ausgestattet sind. Für mich persönlich rein auf dem Papier eine tolle Alternative zur sonst so beliebten BMW G 650 GS.

 

Honda:

Zu Honda wollte ich unbedingt wegen der CRF 250. Diese kleine vollwertige Enduro hat es mir ganz schön angetan. Ich habe kein Geld, sie zu kaufen, keinen Anhänger, sie zu transportieren, aber sie hat sich in mein Herz geschlichen. Leider stand auf der Messe nur eine CRF250 Ralley auf dem Präsentationsständer und nun ja, sagen wir es mal so, der Erdboden war recht weit von meinen Füßen entfernt!

Da ich aber schon ein ganz liebes Angebot für eine Probefahrt im Sauerland habe, werde ich mich da dann mal persönlich davon überzeugen, ob das Motorrad einfach zu hoch oder meine Beinchen einfach zu kurz sind.

Beim Weggehen vom Stand blicke ich noch mal sehnsüchtig zurück auf die schöne CRF und was sehe ich da?!?!?! Die Frontscheinwerfer! Ja sagt mal Honda, gab es 2017 den Preis für die mit großem Abstand hässlichste Motorradnase? Dies ist ja weder Glubschauge, noch schöne 2 Scheinwerfer. Dies ist eine im Spritzguß-Verfahren vollkommen deformierte Maske, die es auf wunderliche Weise zur Serienreife gebracht hat. Mal im Ernst – geht das in 2019 vielleicht ein bißchen hübscher?

 

Was ist das bitte?

 

 

 

Zero Motorcycles:

Sehr positiv überrascht war ich von den Elektro-Motorrädern von Zero Motorcycles. Optisch macht die DSR Black Forest Edition richtig was her, auch ein erstes Probesitzen war vielversprechend.

Überraschend “echt” kommt das Zweirad mit seinen 52kW daher, soll es doch immerhin 158 km/h als Spitzengeschwindigkeit schaffen.

 

 

Die maximale Fahrstrecke wird mit 262 km im Stadtverkehr, 126 km bei reinem Autobahnverkehr und 169 km kombiniert angegeben. Am Stand spricht mal bei eher sportlicher Fahrweise kombiniert von 180 km, übertrifft also die offiziellen Angaben etwas.

Mit der speziellen Charge Tank-Option soll der Ladevorgang auch nur noch 2,5 Stunden dauern. Dennoch ist und bleibt es bisher ein reines Kurzstrecken-Motorrad, denn wer möchte sich alle 150 km an einer der im ländlichen Raum noch spärlich vorhandenen Strom-Tankstellen für die nächsten 2,5 Stunden hinsetzen, um es dann vor der Dämmerung noch mal gerade eben bis nach Hause zu schaffen.

Aber dennoch ein schickes Motorrad – ehrlich!

 

Kawasaki:

Ich gestehe zu meiner Schande, dass ich bisher immer an Kawasaki vorbei gelaufen bin. Ich glaube, sie haben es bei mir mit der Frontoptik der ersten Versys einfach versaut. Dieses Motorrad hatte nie eine Chance bei mir.

In diesem Jahr hat es der Pressesprecher von Kawasaki, Andi Seiler, auf einem Vortrag auf der MOTORRAD-Bühne geschafft, mich total neugierig auf die Marke und die Motorräder zu machen, so dass ich mich noch mal extra auf den Weg zurück zur schwarz-grünen Ausstellungsfläche gemacht habe.

Spaßeshalber war die Ninja H2 Carbon mein erstes Ziel, eng umzingelt von vielen Schaulustigen! Das Probesitzen endete mit der Feststellung, dass eine allzu weibliche Körperform und ein sportlich nach oben gezogener Tank nicht immer das optimale Zusammenspiel ergeben. 😉

Aber ziemlich schnelles Motorrad!

Ganz fasziniert war ich anschließend von der aktuellen 650er Versys!

 

Ist sie nicht schön?!

Wunderschön strahlt sie mit ihren beiden Schlitzaugen aus dem grün-schwarzen Kleid. Auch die recht kleinen Seitenkoffer mit ihrer spezielen Form schmiegen sich harmonisch in das Gesamtdesign ein. Das Topcase dagegen finde ich für die kleine Versys doch zu groß dimensioniert, wenn man kein Pizza-Kurier ist.

Beim Probesitzen bestätigt sich, was die kleine Grüne schon optisch verspricht: Es passt! Der Knieschluß am Tank ist für mich perfekt, eng liegen die Knie an, der Kniewinkel ist optimal. Die hochwertigen Handschützer aus Metall sind hervorragend befestigt und machen einen sehr wertigen Eindruck. Auch das Cockpit gefällt mit seiner Kombination aus runden Elementen und LED-Anzeige.

Dieses Motorrad steht auf meiner Probefahrt-Wunschliste seit dem 3. März 2018 ganz weit oben! Schon auf der Messe hat sie mich gepackt! Und ob die Seitenkoffer praktisch sind, entscheide ich, wenn ich mich für den Rest entschieden habe. Man muss es sich nur lange genug schön reden! 😉

 

So, das war es von der Zweiradfraktion – zumindest von den Bereichen, die mich interessiert haben.

Ob das alles war, was ich erlebt habe?

Nein, aber das gibt es in der nächsten Folge, wenn ich über Reifen (ok, nur einen), Kleidung (ok, Stiefel), Zubehör (naja, Schrauben) und ein Allrad-Motorrad schreibe!

 

7 comments on “Motorradmesse Dortmund – erst mal die Zweiräder!

  1. Mensch Julia, ich war auf der SWISS MOTO, habe aber trotz offener Augen und wachem Interesse bei weitem nicht so viele Eindrücke mit genommen. Die nächste Motorrad Messe müssen wir zusammen besuchen, dann lass ich mich von Dir führen.
    Der langen Rede kurzer Sinn: Toll geschrieben!!!

  2. Hi Jule,
    nächstes Mal spare ich mir das Hinfahren und lese nur Deinen Bericht, da bekomme ich mehr Infos, als beim über-die-Messe-schlendern . …… obwohl ….. man kann da mit so netten Leuten Kaffee trinken!
    Bis bald wieder!

  3. …hi, Jule…
    …ich habe selten einen so treffend geschriebenen Bericht eines Messebesuchs gelesen und dabei soviel Tränen gelacht… 🙂
    …die “ohne Ecken und Kanten” Schreiberlinge und “Pseudo-Main-Stream” Plapperer von div. bekannten Motorrad Zeitschriften sollten sich hiervon mal eine gehörige Portion abschneiden…
    dann würde sich auch das Lesen derselbigen wieder lohnen…
    …Daryl schaut gerade herüber… und wundert sich über mein anhaltendes Smile… 🙂
    …tschaui, bis bald einmal wieder am Stammtisch…

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