Deutschland 2019 Tag 8 – es lebe Europa

Frühstück zu Hause

Wir haben die Nacht bei mir zu Hause verbracht und gut geschlafen! Aber es ist schon alles etwas skurril, wenn man sich morgens auf Reisen in seinem eigenen Bad fertig macht, in seiner eigenen Dusche duscht und nicht einmal den Kulturbeutel auspacken muss. Während Monika das Gleiche bei uns im Bad zelebriert, mache ich uns schon mal Frühstück! Das fühlt sich nicht ganz so komisch an, immerhin waren wir in zwei Ferienwohnungen, in denen wir uns auch morgens selber verpflegt haben!

Allerdings können wir das erste Mal auf unserer Reise auf der Terrasse in der Sonne sitzen. Auch wenn ein paar Wolken versuchen, uns dieses Vergnügen zu verhageln, bleiben wir standhaft draußen.

 

Frühstück auf der heimischen Terrasse
Frühstück auf der heimischen Terrasse

 

Es ist viel zu gemütlich und so fahren wir auch viel zu spät bei mir zu Hause weg. Wir fahren Richtung Grefrath und schlagen uns anschließend Richtung Niederkrüchten, Wassenberg und Waldfeucht immer weiter Richtung Aachen durch.

 

Frühmorgens am Niederrhein
Frühmorgens am Niederrhein

 

Ein Bauer bewässert sein Feld so “unglücklich” gegen den Wind, dass erst alle Autos vor uns und dann auch wir in den ersten großen Regen des Tages steuern.

 

Rasensprenger XXL
Rasensprenger XXL

 

Spargelfelder bis an den Horizont
Spargelfelder bis an den Horizont

 

Kanal irgendwo am Niederrhein
Kanal irgendwo am Niederrhein

 

Wenn einmal der Wurm drin ist…

Ich stehe ein bisschen auf Kriegsfuß mit TomTom, denn entweder fahren wir Bundesstraßen oder biegen eben mal kurz nach rechts oder links ab, um mal eben kurz eine Ortsdurchfahrt zu zelebrieren, bevor wir wieder auf die Bundesstraße müssen! Was für ein Quatsch heute morgen. Und in Saeffelen finde ich dann auch noch die teuerste Tankstelle unserer Reise.

 

Leuchtender Klatschmohn macht gute Laune
Leuchtender Klatschmohn macht gute Laune

 

Selfie an einem Schaufenster
Selfie an einem Schaufenster

 

Wir wollen ein paar Meter machen und über die N274 bis nach Schinveld fahren. Aber das wäre ja zu einfach gewesen! Mal wieder eine Baustelle, mal wieder 10 km Umweg. Und irgendwie ist damit dann auch wieder der Wurm drin, denn erst quälen wir uns durch die City von Brunsum, dann durch die Gewerbegebiete von Landgraaf, bevor im letzten Versuch TomTom mich auf die Umfahrung von Kerkrade schickt. Na ja, das kann ja nur noch besser werden!

 

Noch mehr Zuhause

Über die Grenze geht es bei Herzogenrath, vorbei an den Erinnerungen meiner Kindheit und direkt auf den sagenumwobenen Aachener Lousberg zu.

 

Lousberg
Lousberg

 

Mittagspause bei Mama
Mittagspause bei Mama

 

In Aachen sind wir bei meiner Mutter verabredet. Wir sitzen toll auf der Terrasse und genießen die ruhigen Momente im Garten! Auch hier möchten wir eigentlich gar nicht wieder weg!

 

Es lebe Europa – die erste!

Nächstes Highlight unserer Reise ist das Dreiländereck in Vaals, wo Deutschland, Belgien und Holland an einem Punkt zusammentreffen! Dass dies kein Geheimtipp ist, merkt man an den Touristenmassen, die sich mit Fahrrädern, zu Fuß, auf Kutsche oder mit Taxi dorthin bringen lassen! Vermutlich sehr zum Bedauern von Monika mache ich aber keinen Fotostopp. Ich traue mich nämlich nicht, die Motorräder wie die beiden Holländer einfach zwischen den Pollern hindurch zu fahren.

Viel wichtiger als Fotos und Parken ist allerdings der Punkt an sich. Das hier ist Europa – ohne Grenzen – frei!

Was wären wir ohne Europa, was wären wir Grenzen, mit unterschiedlichen Währungen und ohne den uns einenden Gedanken von Frieden!

 

Aussichtsturm vor dem Dreiländereck
Aussichtsturm vor dem Dreiländereck

Über kleine Örtchen in Belgien fahren wir im Zick-Zack-Kurs auf Limourg zu – natürlich wieder mit Baustellen und Umleitungen.

 

Baustelle
Juhuu! Endlich mal wieder eine Umleitung!

 

Ich bin ja wirklich schon viel in den belgischen Ardennen unterwegs gewesen und auch in der Gegend um Kelmis und Eupen. Aber soviel Ortsdurchfahrten wie heute habe ich noch nie dabei geschafft! Ich glaube, dass Monika den Reiz dieser Landschaft noch nicht wirklich verstanden hat! Und ich kann sie verstehen!

 

Brülltüten und wieder eine Umleitung!

Kurz vor dem Lac de la Gileppe laufen wir auf eine Gruppe von Motorradfahrern auf, allesamt Holländer, allesamt mit Brülltüten an ihren Motorrädern und allesamt mit Entenfüßen unterwegs. Können die Brülltüten-Fahrer nicht wenigstens einmal ordentlich sitzen lernen?! Ihr macht mit den überlauten Motorrädern erst alle auf euch aufmerksam, und dann sitzt ihr so scheiße auf dem Bike.

Immer wenn ich glaube, sie am nächsten Abzweig los zu sein, setzen sie den Blinker in die gleiche Richtung und röhren weiter vor uns her. Als auch noch ein Auto davor uns jeglichen Schwung klaut, lege ich entnervt auf einem Parkplatz eine Kurzpause ein. T-i-e-f durchatmen!

 

Signal de Botrange
Signal de Botrange

 

Am Signal de Botrange vorbei wollen wir das erste mal wieder deutsche Straßen ab Bütgenbach unter die Räder nehmen. Aber zu früh gefreut. Ein freundlicher Polizist lässt uns in Sourbrodt nicht nach links abbiegen. Um sicher zu gehen, wie groß die Sperrung wirklich ist, parlieren wir ein bisschen auf französisch, so dass auch er sich freut, uns weiterhelfen zu können.

Wir müssen bis nach Waimes und dürfen dann erst Richtung Deutschland. Nun gut – egal – lässt sich nicht ändern und Zeit für einen Kaffee ist es auch.

 

Verbotsschild am Badessee
Nicht mal reinspringen ist erlaubt….

 

Blumenladen - Café - Kombination
Blumenladen – Café – Kombination

 

Nach dem Kaffee in Bütgenbach braucht die CBF noch mal etwas Schotter unter ihren Reifen! Mangels echter Offroadstrecken steuere ich einfach noch mal durch eine 1 km lange Baustelle! Die CBF freut sich und strahlt mich mit ihrem Einauge an!

 

Baustelle
Möchtegern-Offroad in einer Baustelle

 

schlechte Straßen
Aber auch die Straßenzustände erinnern ab und zu an fast-offroad

 

Einer der unzähligen Seen
Einer der unzähligen Seen

 

Das entschädigt für alles

Über Wirtzfeld steuern wir auf vielen kleinen Straßen nach Lanzerath, bevor wir immer parallel zur Luxemburger Grenze Richtung Eimerscheid fahren. Mein Plan ist, in Schönberg links nach Bleialf abzubiegen. Aber vor uns liegt eine nigelnagelneu asphaltierte Straße! Eine mir unbekannte Stimme erklingt im Headset.

“Hey du, ich bin es, die CBF! Wenn du nicht jetzt volle Lotte weiter geradeaus fährst, fahre ich nie wieder Offroad mit dir!”

Und so schwingen wir 12 km bis nach Atzerath auf fantastischem Asphalt in tollen langgezogenen Kurven! Ich glaube ich höre die CBF im Helm kichern!

 

Perfekter Straßenbelag
Perfekter Straßenbelag

 

Perfekte Aussicht
Perfekte Aussicht

 

Jetzt geht es links nach lommersweiler und Burg-Reuland. Wer aber glaubt, dass die Straßen schlechter werden, der hat sich geirrt! Monikas neuer Helm drückt jetzt an den Stellen, wo sie das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommt!

Wir machen einen kurzen Fotostopp und können unser Glück nicht fassen. Vergessen sind die Strapazen des Vormittags, die Umleitungen, die Bundesstraßen und die Ortdurchfahrten! Vergessen sind die letzten 3000 km im Popo, die Müdigkeit und die sieben Regentropfen des Morgens. Das hier ist das Paradies!

 

Motorräder im Paradies
Motorräder im Paradies

 

Ich habe nie den Fuß auf dem Gas - das wäre so unbequem!
Ich habe nie den Fuß auf dem Gas – das wäre so unbequem!

 

Was für ein Ausblick
Was für ein Ausblick

 

Sieht man mir an, dass ich glücklich bin?
Sieht man mir an, dass ich glücklich bin?

 

Weiterfahrt
Weiterfahrt

 

Es lebe Europa – die zweite!

Wir kommen am zweiten Dreiländereck des Tages an. Deutschland, Belgien und Luxemburg treffen zwischen Ouren und Lieler aufeinander. Ein großes Europadenkmal zeugt von geschichtsträchtigem Grund. Und auch hier mache ich noch mal Werbung für Europa – geht morgen wählen – entscheidet euch für Europa!

 

Auf dem Weg nach Luxemburg
Auf dem Weg nach Luxemburg

 

Europadenkmal
Europadenkmal

 

Pures Glück!
Pures Glück!

 

Luxemburg – eine wahre Perle

Wo wir in Luxemburg auch anschließend hinfahren, der Gott der Straßenbauer war vor uns schon da! Toller Straßenbelag, schön geschwungen, oder auch klein und fein durch abgelegene Gegenden – es stimmt gerade einfach alles.

 

Tiefstehende Sonne in Luxemburg
Tiefstehende Sonne in Luxemburg

 

Ab Dasbourg folgen wir der Our bis nach Vianden und ich frage mich auf dieser Straße, wo die Motorräder sind? Also ein paar wenige fahren da herum, aber ich habe diese Strecke vollkommen überfüllt in Erinnerung. Oder ist es schon zu spät an einem Samstag? Egal, nicht fragen, fahren!

 

Durchfahrt durch Vianden
Durchfahrt durch Vianden

 

Vianden
Vianden

 

Jetzt noch einmal die leeren Tanks der beiden Damen gefüllt, bevor auch unser Magen endlich mal dran sein möchte. Die luxemburger Spritpreise lassen uns noch mal strahlen, wir setzen den Blinker links und fahren bei Wallendorf auf die deutsche Seite der Sauer! Anderes Land – aber gleich tolle Straße! Die Kilometer bis Minden vergehen wie im Flug, TomTom möchte uns ein letztes Mal über ein Privatgrundstück schicken, aber dann biegen wir endlich auf den Parkplatz des Gasthofes Ferring ein.

Feierabendbier und Schnitzel – das haben wir uns verdient!

 

Terrasse im Gasthof Ferrings
Terrasse im Gasthof Ferrings

 

Anmerkung des Tages

Anmerkung 1:

Monika hatte eine noch teurere Tankstelle gefunden, als sie in Lütjenburg einmal alleine tanken musste und ich am Meer sitzend geblogt habe. Zwei Cent teurer ging dann doch noch als meine vermeintlich teuerste Tankstelle des Reise mit 1,59 Euro / Liter Euro 95.

Anmerkung 2:

Ich habe schon lange eine Tradition vergessen gehabt – die der Blumen an meinem Motorrad. Monika erinnerte sich wieder dran und so bin ich heute mal wieder geblümt unterwegs gewesen.

 

Blumen am Bike!
Blumen am Bike!

 

Anmerkung 3:
Liebe Heizer und Raser Richtung Dasbourg: Kennt ihr den Film “Dirty Dancing”? Nein? Dann bitte ansehen und die Stelle mit dem “Tanzbereich” auswendig lernen. “Mein” Tanzbereich ist die Straßenhälfte rechts von der gestrichelten Mittellinie, “Dein” Tanzbereich dagegen ist die aus meiner Richtung links der Mittellinie liegende Straßenseite. Wenn Du dann bitte in Deinem Tanzbereich bleiben könntest, dann muss ich in meinem nicht plötzlich nach rechts ausweichen. Weißt Du – das erhält Dein und mein Leben noch eine ganze Weile!

 

Anmerkung 4:

Monika wollte in den Ardennen “noch ein bisschen abhängen”. Ich ahnte ja nicht, dass sie das so wörtlich meint.

 

Monika hängt ein bisschen ab
Monika hängt ein bisschen ab

 

Anmerkung 5:

Zu guter Letzt streikt jetzt auch noch die Maus am Rechner! Ich glaube, die Technik hat sich gegen mich verschworen.

Anmerkung 6:

In Vianden ist die Strom dann wieder unvermittelt ausgegangen. Das erste Mal heute, das einzige Mal heute!

Anmerkung 7:

Wusstet ihr, dass es noch Röhrenfernseher gibt?

 

Röhrenfernseher - im Hotel, nicht im Museum
Röhrenfernseher – im Hotel, nicht im Museum

 

Die Route

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5 comments on “Deutschland 2019 Tag 8 – es lebe Europa

  1. Ähm, Tag 7? Einfach nur stracks nach Hause? Oder seid ihr gebeamt worden von Emden nach Krefeld?
    Ich fürchtete gerade schon, in Krefeld wäre Schluss!! Aber is ja nich.
    Also weiter lesen…

  2. Klasse.
    Macht Spaß zu lesen und euch zu begleiten.
    Da ich seit vier Monaten festsitze tut das gucken richtig gut.
    Und …. Respekt für euer Sitzfleisch.
    Weiterhin viel Spaß und eine sichere Fahrt für euch.
    DLzG,
    der Micha

  3. …ich habe gerade auch ganz hektisch hin und her geklickt, weil ich dachte, ich hätte einen Beitrag übersprungen… Wahrscheinlich war das nur ein Test, ob auch alle Leser noch aufmerksam folgen… 😉
    Ja – tun wir!

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